Bamberg
Telefonaktion

Thema Pflege: Leser fragen, Experten antworten

Ob Finanzierung eines Heimplatzes oder Entlastungsmöglichkeiten für Angehörige: Am Donnerstag, 14. Januar, geht es von 16 bis 18 Uhr an unserem Redaktionstelefon um alle Aspekte des Themas "Pflege".
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Pflegebedürftige und Angehörige wissen oft nicht, welche Leistungen ihnen für die Pflege zustehen. Antworten auf alle Fragen dazu gibt es am 14. Januar bei einer Telefonaktion dieser Zeitung. Foto: Daniel Karmann/dpa
Pflegebedürftige und Angehörige wissen oft nicht, welche Leistungen ihnen für die Pflege zustehen. Antworten auf alle Fragen dazu gibt es am 14. Januar bei einer Telefonaktion dieser Zeitung. Foto: Daniel Karmann/dpa
Schon ein Jahr ist das Familienpflegezeit-Gesetz in Kraft, doch kaum jemand kennt es. In einer Umfrage des Zentrums für Qualität in der Pflege gaben 84 Prozent der Berufstätigen an, gar nicht zu wissen, dass der Staat ihnen mit den gesetzlichen Regelungen die Kombination von Beruf und Pflege eines Angehörigen erleichtern will. Für Aufklärung möchte diese Zeitung mit einer Telefonaktion sorgen: Am Donnerstag, 14. Januar, stehen von 16 bis 18 Uhr zwei Experten an unserem Redaktionstelefon Rede und Antwort zu allen Fragen rund um die Pflege.


Experten aus der Praxis

Maria Firsching
ist Pflegedienstleitung der Caritas- Sozialstation Bamberg Mitte und wird zum Februar Pflegedienstleitung der Seniorentagesstätte in Bamberg.
Firsching ist bei unserer Telefonaktion zu allen Fragen der Pflege unter der Durchwahl 0951/188-221 zu erreichen.

Diakon Wolfgang Streit ist seit über 20 Jahren im Bereich Pflege tätig. Er war über zehn Jahre Leiter von drei Seniorenzentren und ist jetzt Abteilungsleiter Altenhilfe bei der Diakonie Bamberg-Forchheim. Streit steht bei unserer Telefonaktion unter der Durchwahl 0951/188-226 Rede und Antwort.

Die beiden arbeiten also seit Jahrzehnten in der Pflege und kennen die Thematik in Praxis und Theorie. Bei unserer Telefonaktion werden sie alle Fragen von Betroffenen und Interessenten beantworten - ob es um die Finanzierung der Pflege geht oder Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige.

Durch das Pflegestärkungsgesetz I wurden zum 1. Januar 2015 die Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen spürbar ausgeweitet und die Zahl der zusätzlichen Betreuungskräfte in stationären Pflegeeinrichtungen erhöht. So können Arbeitnehmer eine zehntätige, bezahlte Auszeit nehmen, wenn plötzlich in der Familie ein Pflegefall eintritt.

Um einen Angehörigen in häuslicher Umgebung zu pflegen, können Beschäftigte außerdem bis zu sechs Monate teilweise oder ganz aus dem Job aussteigen (nur bei Firmen mit mehr als 15 Arbeitnehmern). Auch kann man die Arbeitszeit für bis zu zwei Jahre auf bis zu 15 Stunden pro Woche reduzieren (in Firmen mit mehr als 25 Beschäftigten), außerdem erhalten Beschäftigte in der Pflegezeit auf Antrag ein zinsloses Darlehen.

Weitere Verbesserungen soll das Pflegestärkungsgesetz II bringen, das zum 1. Januar 2016 in Kraft trat. Es setzt den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff um. Damit erhalten erstmals alle Pflegebedürftigen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung, unabhängig davon, ob sie von körperlichen oder psychischen Einschränkungen betroffen sind. Das Jahr 2016 dient der Vorbereitung eines neuen Begutachtungsverfahrens in der Praxis und der Umstellung auf fünf neue Pflegegrade sowie die neuen Leistungsbeträge bis zum 1. Januar 2017.
Das Pflegestärkungsgesetz II beinhaltet folgende Regelungen:

1. Pflegende Angehörige erhalten einen eigenen Anspruch auf Pflegeberatung. Wer Leistungen bei der Pflegeversicherung beantragt, erhält zudem automatisch das Angebot für eine Pflegeberatung.

2. Die Rahmenverträge über die pflegerische Versorgung in den Ländern sind von den beteiligten Partnern der Selbstverwaltung an den neuen
Pflegebedürftigkeitsbegriff anzupassen. Dazu gehören auch die Vorgaben zur Personalausstattung.

3. Vor Einführung der neuen Pflegegrade 1 bis 5 müssen Pflegeeinrichtungen, Sozialhilfeträger und Pflegekassen die Personalstruktur und die Personalschlüssel der Einrichtungen prüfen und bei Bedarf anpassen. Bis 30. September müssen sie neue Pflegesätze für die Pflegeheime vereinbaren. Bis Mitte 2020 soll ein wissenschaftliches Verfahren zur Personalbedarfsbemessung entwickelt werden.

Klingt gut, aber komplex. Deshalb unser Leser-Expertenforum! Wer Fragen zum Thema Pflege hat, egal in welchem Bereich, bekommt am 14. Januar Antworten. Die Anrufe werden auf Wunsch anonym behandelt und sind kostenlos.