Beverwaard
Terrorwarnung

Terrorwarnung in Rotterdam: Weiterer Verdächtiger festgenommen

Die niederländischen Behörden nahmen in der Nacht auf Donnerstag einen weiteren Verdächtigen fest. Derweil gibt es Neuigkeiten zur ersten Festnahme.
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Ein Kleinlaster, der in der Nähe des Konzertsaals abgestellt wurde, war Grund für eine Terrorwarnung in Rotterdam. Foto: Uncredited / RTL via AP / dpa
Ein Kleinlaster, der in der Nähe des Konzertsaals abgestellt wurde, war Grund für eine Terrorwarnung in Rotterdam. Foto: Uncredited / RTL via AP / dpa
Nachdem am Mittwochabend (23. August 2017) ein Rockkonzert in Rotterdam abgesagt und ein Verdächtiger festgenommen wurde, hat die niederländische Polizei laut Medienberichten in der Nacht zum Donnerstag einen weiteren Mann festgenommen.

Nach Meldungen des öffentlich-rechtlichen Senders NOS wurde der 22-Jährige gegen 2 Uhr von Einsatzkräften in seiner Wohnung in der an Belgien grenzenden Provinz Nordbrabant im Zusammenhang mit einer Anschlagsdrohung in Gewahrsam genommen. Sein Haus sei durchsucht worden, der Mann werde verhört.


Die Nacht in Rotterdam

Nach einer Terrorwarnung der spanischen Polizei wurde am Mittwochabend ein Rockkonzert abgesagt. In der Nähe des Veranstaltungsortes war ein Kleinlaster mit verdächtigen Gasflaschen entdeckt worden. Dies hatte Bürgermeister Ahmed Aboutaleb bei einer Pressekonferenz mitgeteilt.

Zuvor hatte es eine konkrete Warnung der spanischen Polizei im Zusammenhang mit dem geplanten Konzert der US-amerikanischen Band "Allah-Las" gegeben. 

Nach Angaben des Bürgermeisters hatte der von der Polizei beschlagnahmte Kleinlaster spanische Kennzeichen. Der Fahrer, ein Spanier, wurde in der Nacht festgenommen.



Verdächtiger war betrunken

Derweil teilte die Polizei laut NOS mit, dass der am Vorabend in Rotterdam festgenommener spanische Fahrer des Lieferwagens mit Gasflaschen wahrscheinlich harmlos sei. Der Monteur aus Spanien sei betrunken gewesen.

Für die Ladung mit Gasflaschen in seinem Wagen habe er eine nachvollziehbare Erklärung geben können. Die Behörden in Spanien bestätigten dies: Es gebe keinen Zusammenhang zwischen den Anschlägen in Katalonien und dem Vorfall in Rotterdam, zitierte die Zeitung "El Mundo" Anti-Terror-Experten.
Wegen der Terrorwarnung riegelten Einsatzkräfte den Veranstaltungsort "Maassilo" ab, in dem die Rockband vor rund 1000 Zuschauern auftreten sollte. Die Lage sei unter Kontrolle, hieß es in der Nacht zum Donnerstag.
Die Musiker aus Kalifornien verließen den Ort unter Polizeischutz. Als die Absage bekanntgemacht wurde, waren laut ANP erst wenige Konzertbesucher vor Ort. Das Trio war noch am Dienstag in Groningen aufgetreten, berichtete die Zeitung "De Telegraaf".


Muslimische Anfeindungen

Die 2008 gegründete Band sei bereits mehrfach von Muslimen wegen des Namens Allah-Las angefeindet worden. Während Muslime dies als Affront gegen ihren Glauben betrachteten, habe die Band bereits mehrmals betont, den Namen wegen ihres "heiligen Klanges" gewählt zu haben. Der Name sei schlicht aus einem Wortspiel mit dem in der Musik häufigen "La-la-la" entstanden, hieß es beim "Telegraaf" weiter.

Die Terrorwarnstufe wurde in den Niederlanden zunächst nicht erhöht. Sie steht bereits auf der vierten von fünf Stufen. Nach dem Terroranschlag in Barcelona am 17. August mit einem Lieferwagen hatte die spanische Polizei in einem von einer mutmaßlichen Terrorzelle genutzten Haus 120 Gasflaschen und Sprengstoff gefunden.