Frankreich hat nach der Anschlagserie von Paris dem islamischen Terrorismus den Krieg erklärt. Die Massaker mit mehr als 130 Todesopfern und mehr als 350 Verletzten waren nach ersten Ermittlungen eine koordinierte Kommandoaktion der Terrororganisation Islamischer Staat (IS).


Frankreich im Krieg? Drei Monate Ausnahmezustand geplant

Frankreichs Präsident Francois Hollande will den Ausnahmezustand auf drei Monate verlängern, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP. Im Internet war eine zunächst nicht verifizierbare Erklärung aufgetaucht, in der sich der IS zu den Anschlägen bekennt. Frankreich wird angedroht: "Dieser Überfall ist nur der erste Tropfen Regen und eine Warnung."

Im Kampf gegen den IS wollen die USA und Frankreich stärker zusammenarbeiten. Nach Pentagon-Angaben vom Sonntag verständigten sich US-Verteidigungsminister Ashton Carter und sein Amtskollege Jean-Yves Le Drian auf "konkrete Maßnahmen", die das Militär beider Seiten "zur Intensivierung der engen Kooperation ergreifen sollte". Die Top-Wirtschaftsmächte (G20) berieten auf ihrem Gipfel in der Türkei ein schärferes Vorgehen gegen den Terrorismus.

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Unter den Opfern ist auch ein Deutscher, dies wurde am Sonntag bekannt: Ein 28-Jähriger aus München, der seit längerem in der französischen Hauptstadt gelebt hatte, ist ums Leben gekommen.
 


Blutbad in Stadion geplant

Sport-Staatssekretär Thierry Braillard bestätigte, dass die Attentäter während des Länderspiels in das Stade de France eindringen wollten. Warum sie scheiterten, sagte er nicht. Wie die Sportzeitung "L'Équipe" berichtete, sollen zwei der drei Attentäter kurz nach Spielbeginn am Einlass abgewiesen worden sein, weil sie keine Tickets gehabt hatten. Im Stadion waren auch Frankreichs Präsident François Hollande und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier.

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Täter auf der Flucht - Fahndung

Nach den verheerenden Terroranschlägen in Paris sind nach Informationen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière möglicherweise noch mehrere Täter auf der Flucht. "Am besorgniserregendsten ist die Information, dass möglicherweise noch eine Tätergruppe in Frankreich unterwegs ist", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF. Deswegen sei es richtig, die Kontrollen an der Grenze zu Frankreich zunächst beizubehalten. Die belgische Justiz schrieb am Sonntag einen 26-jährigen Verdächtigen international zur Fahndung aus. Spuren hatten auch nach Belgien in die dortige Islamistenszene geführt.

Zwei der getöteten Attentäter von Paris lebten zuletzt im Großraum Brüssel. Es handele sich um Personen mit französischem Pass, wie die Brüsseler Staatsanwaltschaft am Sonntag nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga mitteilte. Weitere Details zu ihrer Identität gab es zunächst nicht.

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Bei der Anti-Terror-Razzia am Samstagabend im Brüsseler Stadtteil Molenbeek wurden nach jüngsten Angaben insgesamt sieben Personen festgenommen. Ob sie in die Anschläge verwickelt sind, wird zurzeit untersucht. Fahnder aus Frankreich unterstützten die Arbeit der belgischen Ermittler, hieß es.

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Die Staatsanwaltschaft hatte bereits am Samstagabend nach der Polizeiaktion in Molenbeek bestätigt, dass eine Spur der Attentäter von Paris nach Belgien führt, und von mehreren Festnahmen gesprochen. Den Ermittlern zufolge hatten die Pariser Behörden in vier konkreten Fällen in Brüssel um Amtshilfe gebeten.


Debatte um Zuwanderung

In Deutschland entspann sich nach einemTweet des bayerischen Finanzministers Markus Söder (CSU)die Debatte über Zuwanderung. Klar ist auf jeden Fall: Der Kontinent Europa wird sich verändern - wie, ist noch unklar.

Bei den Überresten eines der Selbstmordattentäter vom Stade de France wurde ein syrischer Pass gefunden. Es verdichten sich die Hinweise, dass dieser Mann und ein weiterer Attentäter als Flüchtlinge getarnt in die EU einreisten.

Ein 25-Jähriger namens Ahmed Almuhamed soll am 7. Oktober in Serbien eingetroffen sein. Am 3. Oktober war er laut griechischen Behörden als Flüchtling auf der Insel Leros registriert worden. Nach Medieninformationen aus Polizeikreisen könnte ein zweiter Täter über die Türkei nach Griechenland eingereist sein.


Massenpanik am Sonntagabend

Wie angespannt die Lage in Paris weiter ist, zeigte sich am Sonntagabend: Auf dem Platz der Republik kam es kurzzeitig zu einer Panik, viele Menschen ergriffen die Flucht. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um einen falschen Alarm.

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