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"Tannbach" startet schwächer als vor drei Jahren: Liegt es am fehlenden Fränkisch?

"Tannbach - Schicksal eines Dorfes" startete schwächer als erwartet. Der ZDF-Dreiteiler um eine geteilte Ortschaft spielt in Franken - eigentlich.
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Der neue Dreiteiler Tannbach läuft am Montag (8.1.), Mittwoch (10.1.) und Donnerstag (11.1.) um 20.15 Uhr im ZDF. Der Start verlief nicht so gut wie seinerzeit bei der ersten Staffel. Foto: Julie Vrabelova/ZDF/dpa
Der neue Dreiteiler Tannbach läuft am Montag (8.1.), Mittwoch (10.1.) und Donnerstag (11.1.) um 20.15 Uhr im ZDF. Der Start verlief nicht so gut wie seinerzeit bei der ersten Staffel. Foto: Julie Vrabelova/ZDF/dpa

Der ZDF-Dreiteiler "Tannbach - Schicksal eines Dorfes" erwischte am Montag einen schwächeren Start als vor drei Jahren. 5,29 Millionen Zuschauer verfolgten um 20.15 Uhr im ZDF den Auftakt der Geschichte um die zwischen Ost und West geteilte Ortschaft zu Beginn der sechziger Jahre. Der Marktanteil betrug 16,3 Prozent.

Anfang 2015 verbuchte der erste Film des ersten Dreiteilers, der nach dem Kriegsende einsetzte, an einem Sonntag in direkter Konkurrenz zum "Tatort" 6,35 Millionen Zuschauer. Trotz des Rückgangs war "Tannbach" am Hauptabend das Programm mit der besten Einschaltquote.


Ein fränkisches Dorf, in dem niemand Fränkisch spricht
 

Das Dorf Tannbach gibt es wirklich: Nur heißt es in Wahrheit Mödlareuth und liegt in Oberfranken bei Hof. Die Macher der ZDF-Serie haben den Ort kurzerhand nach Oberbayern verlegt - seine Einwohner sprechen kein Fränkisch. Dies sorgte bereits 2015 für teils heftige Kritik, und auch zum Start des zweiten "Tannbach"-Dreiteilers am 8. Januar 2018 äußerten zahlreiche Zuschauer ihren Unmut über diese Entscheidung des ZDF. Laut den Verantwortlichen sprechen die Film-Dorfbewohner "einen Dialekt, der natürlich dem Bayerischen, das einem breiten Publikum am besten verständlich ist, am nächsten kommt".

Trotz der Proteste hält das ZDF am Bayerisch fest. In einer eigens vor dem Hintergrund des Dialektstreits erarbeiteten Sprachregelung heißt es: Auch in "Tannbach II" werde "in Teilen des Dorfes ein südländischer, auch vom Bayerischen inspirierter, Dialekt gesprochen".

Die schwächeren Einschaltquoten dürften allerdings nicht auf das Fehlen des fränkischen Dialekts zurückzuführen sein. Im Gegenteil: Die Kontroverse bescherte der ZDF-Serie bereits im Vorfeld viel Aufmerksamkeit.