Laden...
Berlin
Weltall-Spektakel

Supernova: NASA-Foto zeigt Katastrophe im Weltall

Der Teleskop-Satellit "Chandra" der NASA kreist seit 1999 um die Erde und beobachtet das All. Dies zahlte sich schon mehrfach in atemberaubenden Momentaufnahmen des Kosmos aus. Erst kürzlich veröffentlichte NASA ein weiteres, erstaunliches Foto: Die bunten Überreste der Tycho Supernova.
 
Der Teleskop-Satellit Chandra sorgt seit zwei Jahrzehnten für atemberaubende Weltraumaufnahmen. Symbolfoto: NASA
Der Teleskop-Satellit Chandra sorgt seit zwei Jahrzehnten für atemberaubende Weltraumaufnahmen. Symbolfoto: NASA

Immer wieder sorgt die NASA mit ihren atemberaubenden Weltallaufnahmen für Begeisterung. Auch eines der neuesten Fotos der "Tycho Supernova" zeigt erneut, wie viel Schönheit in Zerstörung stecken kann. Als Supernova bezeichnet man das helle Aufleuchten eines Sternes, wenn seine Lebenszeit durch eine Explosion beendet wird. Der Stern kann dabei so hell leuchten, wie eine ganze Galaxie.

Supernova im All: Seit 1572 im Sternbild "Cassiopeia" sichtbar

Schon 1572 entdeckte der dänische Astronom Tycho Brahe das neue, helle Objekt am Himmel im Sternenbild "Cassiopeia". Er betitelte es fälschlicherweise als Stern. Die Entdeckung unterstützte damals die Theorien, welche Copernicus aufstellte, dass das Universum sich auch weit entfernt von der Erde verändern kann.

Heute weiß man, dass es sich schon damals nicht um einen Stern, sondern den Tod eines Sterns in Form einer Supernova Typ Ia handelte. Das bedeutete, dass dieser spezifische Himmelskörper (auch als "weißer Zwerg" bezeichnet) so lange Material eines nahe gelegenen Sterns aufgenommen hatte, bis es zu einer gewaltsamen Explosion, einer Supernova, gekommen war.

Die Überreste der Tycho-Supernova (kurz Tycho), die wir heute durch den Teleskop-Satellit "Chandra" der NASA sehen können, sind in der Röntgenstrahlung sehr gut zu erkennen. Das kommt daher, dass die Schockwellen, die durch die Explosion entstanden sind, die Sternentrümmer rund herum bis zu mehrere Millionen Grad erhitzt - und das schon seit knapp 450 Jahren.

Der Satellit liefert uns nun schon seit zwei Jahrzehnten unvergleichbare Bildaufnahmen von Supernova-Überresten.

Interessantes Muster: Wie entstanden Tychos einzigartige Musterungen?

In den Aufnahmen kann man beobachten, dass Tycho primär aus hellen, leuchtenden Knoten und weniger intensiv leuchtenden Stellen besteht. NASA's Wissenschaftler stehen jetzt vor der Frage, wie diese Knoten und Klumpen entstehen konnten.

Verschiedene Tests ließen die Forscher und Forscherinnen darauf schließen, dass die Klumpen aus der Explosion selbst entstanden sind. Man kann sich also vorstellen, dass der Stern, wie zum Beispiel Dynamitstangen, die an verschiedenen Stellen gesprengt werden, unterschiedliche Explosionspunkte hatte und so eine besondere Musterung entstehen konnte. Aber warum ist das relevant?

Ausbreitung des Universums kann mit Hilfe neuer Analysen besser studiert werden

Supernovas des Typ Ia, wie Tycho, werden von den Forscherinnen und Forschern genutzt, um die Ausbreitung des Universums zu untersuchen. Sie leuchten heller als andere Supernova-Typen und geben daher viel Auskunft über die Entfernung zur Erde und zueinander. Auch streuen sie Elemente wie Eisen und Silizium, welche für das Leben, wie wir es kennen, sehr wichtig sind, in die nächste Generation von Sternen und Planeten.

Es ist daher besonders relevant jedes Detail der Supernovas zu verstehen - unter anderem auch, wie sie explodieren und warum sie die Formen bekommen, die sie am Ende haben.

Für alle Menschen, die nicht bei der NASA arbeiten und keine Supernovas untersuchen, bleibt aber tatsächlich nur eines zu tun: Die Schönheit der Weltallaufnahmen zu genießen und sich dabei träumerische Gedanken über die Weiten unseres Universums zu machen.