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Cannabis

Studie des Hanfverbands: Legalisierung von Cannabis würde jährlich Milliarden einbringen

Auf der Legalisierungskonferenz des Deutschen Hanfverbands wurde eine Studie vorgestellt, nach der eine Legalisierung von Cannabis über 2,66 Milliarden Euro pro Jahr in die Staatskassen spülen würde.
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Eine Legalisierung von Cannabis würde dem Staat Einnahmen und Ersparnisse von insgesamt 2,66 Milliarden Euro jährlich bescheren. Symbolfoto: Christopher Schulz
Eine Legalisierung von Cannabis würde dem Staat Einnahmen und Ersparnisse von insgesamt 2,66 Milliarden Euro jährlich bescheren. Symbolfoto: Christopher Schulz

Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Justus Haucap von der Universität Düsseldorf stellte auf der "Cannabis Normal!", der Legalisierungskonferenz des Deutschen Hanfverbands, die erwartete Studiezu den Kosten des Cannabisverbots in Deutschland vor. Im Fall einer Legalisierung von Cannabis würden jährlich über 2,66 Milliarden Euro in die Staatskassen fließen.

Allein bei der Polizei würden durch die wegfallende Strafverfolgung über eine Milliarde Euro jährlich eingespart und mit einer Steuer auf Cannabisprodukte jährlich 650 Millionen Euro in die Staatskassen gespült werden. Eine weitere Milliarde pro Jahr kommt durch diverse weitere Steuerarten zusammen.

Weitere Einsparmöglichkeiten in der Justiz

"Es existieren weitere Einsparmöglichkeiten, zum Beispiel bei der Justiz, die derzeit nicht bezifferbar sind. Außerdem könnten ca. 20.000 Arbeitsplätze geschaffen werden", so Haucap auf der "Cannabis Normal!". "Die Prohibition bleibt jeden Nachweis einer positiven Wirkung schuldig. Jetzt wissen wir endlich, was diese gescheiterte und ungerechte Politik kostet. Das Verbot von Cannabis hat ein mieses Preis-/Leistungsverhältnis, ein Fall für den Bundesrechnungshof", so Hanfverband-Geschäftsführer Georg Wurth.

Zustimmung zur Legalisierung auf Rekordhoch

Ebenfalls Thema auf der "Cannabis Normal!" ist die Präsentation einer aktuellen Infratest-Dimap Umfrage, welche der Hanfverband seit Jahren regelmäßig in Auftrag gibt. Mit 59 Prozent ist eine deutliche Mehrheit der Deutschen dafür, den Besitz geringer Mengen Cannabis nicht mehr strafrechtlich zu verfolgen. Darüber hinaus stieg die Zustimmung bei der Frage nach einer Legalisierung um sieben Prozent auf einen Rekordwert von 46 Prozent.

Die zweitägige Konferenz bietet mit ihren knapp 30 Vorträgen und Diskussionsrunde ein breites Themenspektrum. Von Cannabis als Medizin, politischen Diskussionsrunden mit den drogenpolitischen Sprechern der Bundestagsfraktionen bis hin zu rechtlichen Vorträgen bietet die "Cannabis Normal!" einen Überblick über Aktivismus, Wissenschaft, Politik und den Stand der Legalisierungsdebatte in Deutschland.

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