Freiburg im Breisgau
Mord

Studentin vergewaltigt und getötet - Fragezeichen bei Prozess gegen Hussein K.

Bei dem Prozess gegen den einen jungen Flüchtling in Freiburg geht es um Mord, Vergewaltigung - aber auch um Altersangaben und Fehler der Behörden.
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Ein Grablicht steht am Abend des 04.09.2017 in Freiburg (Baden-Württemberg) in der Nähe des Tatorts am Fluß Dreisam an einem Baum neben einem Kreuz mit der Aufschrift "Maria". Am 05.09.2017 beginnt im Freiburger Landgericht der Prozess gegen Hussein K. wegen Mordes. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die 19 Jahre Maria L. im Oktober 2016 angegriffen, gewürgt und vergewaltigt zu haben. Anschließend habe er sie bewusstlos ins Wasser des Flusses Dreisam gelegt, wo sie ertrank. Fot...
Ein Grablicht steht am Abend des 04.09.2017 in Freiburg (Baden-Württemberg) in der Nähe des Tatorts am Fluß Dreisam an einem Baum neben einem Kreuz mit der Aufschrift "Maria". Am 05.09.2017 beginnt im Freiburger Landgericht der Prozess gegen Hussein K. wegen Mordes. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die 19 Jahre Maria L. im Oktober 2016 angegriffen, gewürgt und vergewaltigt zu haben. Anschließend habe er sie bewusstlos ins Wasser des Flusses Dreisam gelegt, wo sie ertrank. Foto: Patrick Seeger/dpa
Eine 19 Jahre alte Studentin wird vergewaltigt und anschließend ermordet - knapp elf Monate nach der Tat beginnt vor dem Freiburger Landgericht am Dienstag der Prozess gegen einen jungen Flüchtling. Hussein K. ist nach Angaben des Gerichts wegen Mordes in Tateinheit mit besonders schwerer Vergewaltigung angeklagt.

Ihm wird vorgeworfen, im Oktober vergangenen Jahres Maria L., die mit dem Fahrrad nachts alleine auf dem Weg von einer Studenten-Party nach Hause war, überfallen und vergewaltigt zu haben. Danach soll der Tatverdächtige die junge Frau im knietiefen Wasser des Flusses Dreisam abgelegt haben. Die 19-Jährige ertrank, eine Joggerin fand sie am Morgen.


Verurteilung nach Jugendrecht? Zweifel am Alter

Hussein K. wurde rund sieben Wochen nach der Tat Anfang Dezember festgenommen. Die Polizei hatte DNA-Spuren von ihm am Tatort gefunden, über Videoaufnahmen in einer Straßenbahn kamen ihm die Ermittler auf die Spur. Er selbst hat behauptet, zur Tatzeit 17 Jahre alt gewesen zu sein. Altersgutachten sind aber zu dem Ergebnis gekommen, dass er damals mindestens 21 Jahre war. Die Frage, ob bei einer Verurteilung Jugend- oder Erwachsenenstrafrecht gilt, muss nun das Gericht klären.
Für den Prozess vor der Jugendkammer des Gerichts sind den Angaben zufolge 16 Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte demnach im Dezember gesprochen werden. Gehört werden sollen den Planungen zufolge 45 Zeugen sowie zehn Sachverständige.

Hussein K. war nach Angaben deutscher Behörden im November 2015 ohne Papiere nach Deutschland gekommen. Was die Behörden damals nicht wussten: Wegen einer Gewalttat an einer jungen Frau auf der griechischen Insel Korfu war Hussein K. in Griechenland zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt und im Oktober 2015 unter Auflagen vorzeitig entlassen worden. Er tauchte unter und kam als Flüchtling nach Deutschland. Nach eigenen Angaben kommt der Mann aus Afghanistan.