"Gewalt gegen Frauen ist eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung, die nicht länger hinnehmbar ist", sagte die Geschäftführerin der Stiftung, Renate Bähr, am Donnerstag in Hannover. "Noch immer leben mehr als 600 Millionen Frauen in Ländern, in denen häusliche Gewalt nicht als Straftat eingestuft wird."

Schätzungen zufolge erleiden sieben von zehn Frauen im Laufe ihres Lebens körperliche oder sexueller Gewalt: "Zum Beispiel in Form von Vergewaltigung, sexuellem Missbrauch oder Genitalverstümmelung", sagte Bähr. Diese Verbrechen hätten gravierende Folge für das Leben der Frauen, aber auch für die Entwicklungschancen ganzer Länder, etwa durch zusätzliche Gesundheitskosten und geringere Produktivität.

Der Handlungsbedarf sei riesig, betonte Bähr. Täglich müssten 37.000 Mädchen unter 18 Jahren heiraten, die dann häufig sexueller Gewalt ausgesetzt seien. "Die Rechte von Mädchen und Frauen dürfen nicht länger mit Füßen getreten werden. Die Regierungen müssen endlich nachdrücklich gegen die Täter vorgehen und vor allem intensivere Gewaltprävention betreiben." dpa