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Sternschnuppen

Perseiden-Regen im August 2018: So verlief die Sternschnuppennacht

Perseidenstrom erreichte Höhepunkt in Deutschland: Bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde flogen In der Nacht von Sonntag auf Montag über den Himmel. Wie viele Sternschnuppen zu sehen waren, hing dabei von der Uhrzeit als auch der Blickrichtung ab. Somit fielen die Reaktionen der Beobachter recht unterschiedlich aus.
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Fotoaufnahme aus der Perseidennacht vom Wasser- und Aussichtsturm Birnbaum im Landkreis Kronach. Foto: inFranken.de-User Melanie Feldmeier
Fotoaufnahme aus der Perseidennacht vom Wasser- und Aussichtsturm Birnbaum im Landkreis Kronach. Foto: inFranken.de-User Melanie Feldmeier
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Der Meteoritenstrom der Perseiden erreichte in der Sternschnuppennacht am Sonntag, den 12. August seinen Höhepunkt. Obwohl die Bedingungen zum Sternschnuppenschauen laut Deutschem Wetterdienst nicht schlecht waren, sprechen Fachleute von einem insgesamt eher durchschnittlichen Strom. Trotzdem waren einige schöne helle Sternschnuppen dabei.

Wie war die Sternschnuppennacht 2018?

Der besonders ergiebige Sternschnuppenstrom der Perseiden hat in der Nacht zum Montag seinen Höhepunkt erreicht. Wegen des Neumonds und der Bewölkung war er in der Nacht zum Sonntag aber etwas besser zu sehen, wie Fachleute berichteten. "Insgesamt war der Strom eher durchschnittlich bis im unteren Drittel", sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde im südhessischen Heppenheim, Sven Melchert. "Einige schön helle, farblich gelbe und einige mit nachleuchtendem Schweif waren aber dabei."

Die Zahl der Sternschnuppen hing dabei sowohl von der Uhrzeit ab als auch von der Blickrichtung: "Man sieht ja immer nur einen Teil des Himmels, und wenn die Sternschnuppen dann gerade im Rücken sind, hat man Pech gehabt", sagt Melchert. Die Reaktionen reichten von Begeisterung bis zu Enttäuschung.

"Die Bedingungen waren nicht schlecht", sagte der Meteorologe Florian Bilgeri vom Deutschen Wetterdienst. "Man hätte die Sternschnuppen eigentlich recht gut sehen sollen." Dies gelte vor allem für den Süden und Südosten Deutschlands. Im äußersten Norden dagegen war es bewölkt. Und gerade in der zweiten Nachthälfte, in der die Sternschnuppen aus astronomischer Sicht besser zu sehen waren, habe es mehr Wolken gegeben.

Wie entstehen Sternschnuppen?

Sternschnuppen bilden sich, wenn die Erde die Schweifspur eines Kometen kreuzt. Das helle Aufleuchten entsteht, weil Staubteilchen der Schweifspur beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen. Das Licht der Sternschnuppen stammt von Luftmolekülen in der Erdatmosphäre: Die Teile des Meteorstroms übertragen teilweise ihre Energie auf die Luftmoleküle, die dadurch erhitzt werden und zu leuchten beginnen.

Dass Meteorströme wie die Perseiden im August, die Leoniden im November oder die Geminiden im Dezember jedes Jahr zur gleichen Zeit zu sehen sind, hängt damit zusammen, dass die Erde auf ihrem Weg um die Sonne immer wieder den gleichen Kometen begegnet. Die Erde durchquert die Schweifspuren der Kometen also auch jedes Jahr zum gleichen Datum.

Woher kommen die Perseiden?

Auf der Umlaufbahn um die Sonne durchquert die Erde jedes Jahr um den 12. August die Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Sternschnuppen, die wir dann von der Erde aus beobachten können, sind abgelöste Trümmerstücke oder Staubpartikel des Kometen. Dabei sehen wir nicht etwa die verglühenden Steinchen, sondern die leuchtende aufgeheizte Atmosphäre längs des Flugweges der Meteore.

Die Stärke der Sternschnuppenschauer ist davon abhängig, wie nah die Erde dem Kometen selber kommt. Da der Komet 109P/Swift-Tuttle nicht wie die Erde ein Jahr zu Umrundung der Sonne benötigt, sondern etwa 130 Jahre, ist die Distanz zwischen Erde und Kometen in jedem Jahr unterschiedlich. Wenn die Erde dem Kometen selber sehr nahe kommt, macht sich das durch besonders starke Schauer, mit mehreren hundert Meteoren pro Stunde, in den darauf folgenden Jahren bemerkbar. Das war zuletzt 1862 und 1990 der Fall.

Ihren Namen haben die Perseiden von Perseus, dem Sohn des Zeus. Die Sternschnuppen scheinen aus seinem Sternbild zu entströmen.

Da die Sternschnuppen-Nacht der Perseiden mit dem Fest des Märtyrers Laurentius am 10. August zusammenfällt, werden diese auch als "Laurentius-Tränen" bezeichnet. Der religiösen Überlieferung nach, wurde der katholische Heilige am 10. August 258 auf einem glühenden Ross zu Tode gefoltert.

Perseiden beobachten: Wann sind die meisten Sternschnuppen zu sehen?

Von Mitte Juli bis Ende August sorgt der Strom der Perseiden dafür, dass mehr Sternschnuppen am Nachthimmel zu sehen sind als gewöhnlich. Der Höhepunkt der Sternschnuppen-Schauer ist die Nacht von Sonntag, 12. auf Montag, 13. August, wenn die Erde des Kometen 109P/Swift-Tuttle durchquert.

In diesem Jahr herrschen besonders gute Verhältnisse um die Perseiden zu sehen. Denn der Neumond in der Sternschnuppen-Nacht ist besonders dunkel, da er sich die ganze Nacht unterhalb des Horizonts befindet. Dadurch sorgt er für perfekte Lichtverhältnisse zur Sichtung von Planeten und Sternschnuppen.

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Sternschnuppen in Franken: Wo kann man die Sternschnuppen am besten beobachten?

Zwar wird es in der Sternschnuppen-Nacht ohnehin recht dunkel werden, trotzdem sollten sich Sternengucker zusätzlich an einen möglichst dunklen Ort begeben, um nach den Perseiden Ausschau zu halten. Auf Grund von Lichtverschmutzung sind Städte weniger gut geeignet. Es leuchten viele Lichter und das macht es zu hell, um das Weltall gut beobachten zu können.

Besser sind dunklere Orte auf dem Land oder in den Bergen. In Oberfranken eignet sich der Staffelberg im Landkreis Lichtenfels, das Walberla im Kreis Forchheim und der Ochsenkopf im Landkreis Bayreuth.

In Mittelfranken lässt sich der Sternschnuppen-Regen besonders gut vom Hesselberg im Kreis Ansbach oder vom Moritzberg im Nürnberger Land aus beobachten. Hobby-Astronomen aus Unterfranken bieten die vielen Weinberge eine wunderbare Sternen-Kulisse.

Wie fotografiert man Sternschnuppen?

Meist ist es nur ein kurzes Aufblitzen am Nachthimmel. Eine Sternschnuppe auf ein Foto zu bekommen, ist nicht einfach. Trotzdem braucht man keine jahrelange Ausbildung, um ein schönes Bild von ihnen zu schießen. Dank des regelrechten Sternschnuppen-Regens der Perseiden steigt die Wahrscheinlichkeit dieses Himmelphänomen tatsächlich abzulichten. Profi-Fotograf Matthias Merz aus Nürnberg hat inFranken.de Tipps zum Fotografieren von Sternschnuppen gegeben. Dabei kommt es besonders auf Themen wie Belichtungszeit, Brennweite und Ausrüstung an.

Eine wichtige Voraussetzung für das Fotografieren der Perseiden ist eine geeignete Kamera. Wichtig ist, dass man an der Kamera die Belichtungszeit manuell einstellen kann. Das ist bei den meisten Spiegelreflexkameras der Fall. Laut dem Nürnberger Fotografen benutzt man am besten eine Kamera mit möglichst wenig Bildrauschen bei hohen Empfindlichkeitseinstellungen (ISO). "Gut geeignet sind so zum Beispiel Vollformatkameras, also Kameras, bei denen der Sensor Kleinbildformat hat." Unbedingt notwendig ist ein Stativ. Hält man die Kamera in der Hand, verwackelt das Bild. Die Chancen eine oder sogar mehrere Sternschnuppen auf die Aufnahme zu bekommen steigen, wenn man einen größeren Ausschnitt des Himmels auf das Foto bekommt. Das gelingt im Weitwinkel (mit kleinerer Brennweite).

Anleitung: So fotografieren Sie Sternschnuppen

Je länger die Belichtungszeit ist, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass man eine oder mehrere Sternschnuppen auf eine Aufnahme bekommt. Merz rät zu einer Belichtungszeit von circa fünf bis 30 Sekunden. Mehr sollten es allerdings nicht sein, da die Sterne in diesem Bereich durch die Erdrotation schon leicht verwischen können.

Merz empfiehlt, die ISO in einem höheren Bereich zu wählen, bei der das Bildrauschen aber noch möglichst gering bleibt (je nach Belichtungszeit und Kamera etwa ISO 800-3200). "So hoch wie nötig, so niedrig wie möglich", bringt es der Fotograf auf den Punkt.

Die Kamera wenn möglich manuell auf "Unendlich" fokussieren, oder ein möglichst weit entferntes Objekt fokussieren und den Autofokus dann ausschalten.

Möchte man nur den Sternenhimmel ablichten, ohne einen Vordergrund mit ins Bild einzubeziehen, kann man mit großer Blende (kleine Blenderzahl) fotografieren. Bei kleiner Blende (große Blenderzahl) kann also auch ein Objekt im Vordergrund vor dem Sternenhimmel abgelichtet werden. "Dann muss man unter Umständen aber mit deutlich höheren ISO-Werten arbeiten", erklärt Merz.

Bei einer Spiegelreflexkamera sollte der Sternengucker den Okularverschluss benutzen, um Streulichteinfall durch den Sucher zu verhindern. Wenn keiner vorhanden ist, kann man den Sucher während der Aufnahme auch einfach mit einem Tuch abdecken.

Nach Möglichkeit sollte ein Fernauslöser benutzt werden, um verwackelte Aufnahmen zu vermeiden. Wenn keiner vorhanden ist, kann man die Spiegelvorauslösung (bei Spiegelreflexkameras, wenn vorhanden) nutzen, oder per Selbstauslöser auslösen.

Wenn alle Vorbereitungen getroffen sind, können Sie anfangen zu fotografieren. Dann einfach so viele Aufnahmen, bis Sternschnuppen im Bild sind. Dank des Meteorstroms der Perseiden stehen die Chancen dafür gut. Letztendlich ist es natürlich immer auch eine Glückssache.

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