Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst lässt die Staatsanwaltschaft vorerst auf eine Antwort zum Vorwurf der Untreue im Zusammenhang mit der Finanzaffäre in seinem Bistum warten. "Er ist von uns angeschrieben worden, aber er hat bislang noch keine Stellungnahme abgegeben", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Limburg am Donnerstag. Allerdings sei er erst vor kurzem zur Stellungnahme aufgefordert worden. Der Bischof müsse nun innerhalb einer bestimmten Frist antworten, sagte der Sprecher, ohne ein konkretes Datum zu nennen.

Die Behörde prüft, ob sie gegen Tebartz-van Elst ein Ermittlungsverfahren wegen Untreue einleitet. Mehrere Anzeigen waren nach Bekanntwerden der hohen Kosten für den neuen Bischofssitz eingegangen. Der Bischof leitet derzeit nicht die Diözese. Papst Franziskus hatte ihm am Mittwoch eine Auszeit verordnet.
Während der Abwesenheit von Tebartz-van Elst soll der neue Generalvikar Wolfgang Rösch die Amtsgeschäfte leiten. Er will bereits an diesem Freitag erste Gespräche mit seinen künftigen Mitarbeitern führen. Geplant sei, dass zunächst im kleinen Kreis beraten werde, sagte ein Bistumssprecher.

Die Limburger Diözese und ihr Oberhirte kommen seit Wochen nicht aus den Schlagzeilen. Tebartz-van Elst wird insbesondere wegen seiner Amtsführung und der mindestens 31 Millionen Euro teuren neuen Bischofsresidenz kritisiert.

Seit Freitag vergangener Woche untersucht eine von der Deutschen Bischofskonferenz eingesetzte Prüfkommission, wie es zu den hohen Baukosten kommen konnte. Das Gremium wird vom Paderborner Weihbischof Manfred Grothe geleitet, wie die Bischofskonferenz mitteilte. Sie bestätigte damit einen Bericht der Wochenzeitung "Die Zeit".

Der Paderborner Weihbischof Manfred Grothe leitet die Kommission. Er bezeichnete seine Aufgabe als "alles andere als leicht". "Ein Zeitfenster der Erarbeitung sehe ich noch nicht", sagte er der "Neuen Westfälischen" (Freitag) aus Bielefeld.

Der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz sieht eine Mitschuld an der Krise im Bistum Limburg. Als Mitglied des Domkapitels könne er sich nicht vor der Frage drücken: "Wo haben wir selber versagt?", erklärte der Kritiker des Bischofs in einem "Zeit"-Interview. "Wir haben diesen Bischof gewählt. Wir können nicht tun, als sei er vom Himmel gefallen." dpa