München/Nyon
Diskussion

Wegen Neuers Regenbogenbinde: Jetzt schaltet sich die UEFA ein

Am Samstagabend trug Manuel Neuer im Spiel gegen Portugal eine besondere Kapitänsbinde. Die war nicht, wie sonst üblich, einfarbig oder in den Farben der Nation. Neuer lief gegen Portugal mit einer regenbogenfarbenen Binde auf. Das sorgte für Diskussionen. Jetzt ermittelt die UEFA.
Manuel Neuer mit bunter Kapitänsbinde im Spiel gegen Portugal
Die Regenbogen-Kapitänsbinde von Manuel Neuer sorgt für hitzige Diskussionen. Jetzt hat sich die UEFA eingeschaltet. Foto: Christian Charisius/dpa

Die Regenbogen-Kapitänsbinde von Nationaltorwart Manuel Neuer ist einem Medienbericht zufolge Thema für die Europäische Fußball-Union geworden. RTL und «ntv.de» berichteten am Sonntag, die UEFA habe deshalb Ermittlungen gegen den Deutschen Fußball-Bund aufgenommen. Eine Quelle nannte die Mediengruppe nicht, DFB und UEFA reagierten zunächst nicht auf Anfragen. Neuer hatte die Kapitänsbinde in beiden deutschen EM-Spielen gegen Frankreich (0:1) und gegen Portugal (4:2) jeweils in München getragen. In einem Tweet bezeichnete Politiker die Binde als "Schwuchtelbinde" - jetzt soll er aus der Partei austreten.

Grundsätzlich handelt die UEFA bei Botschaften abseits des Sportlichen sehr strikt. Wer «Sportveranstaltungen für sportfremde Kundgebungen benutzt», verstößt laut den UEFA-Statuten gegen die «Allgemeinen Verhaltensgrundsätze». Die Proteste gegen Rassismus während der EM hatte der Dachverband zuletzt aber sogar begrüßt.

Regenbogenfarben: UEFA schaltet sich wegen Manuel Neuers Kapitänsbinde ein

Seit einigen Tagen wird darüber diskutiert, ob das Münchner EM-Stadion beim Gruppenfinale am Mittwoch gegen Ungarn in Regenbogenfarben leuchten könnte. Einen entsprechenden Antrag will Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) an diesem Montag bei der UEFA stellen. Hintergrund ist ein vom ungarischen Parlament gebilligtes Gesetz, das die Informationsrechte von Jugendlichen in Hinblick auf Homosexualität und Transsexualität einschränkt.