Bamberg
Kommentar

TV-Kritik: Miesepeter Lehmann

Das Spiel gegen Polen am Freitagabend war endlich mal wieder eines, das allen Fußball-Fans in Deutschland gefiel. Allen? Nun ja, nicht allen...
RTL-Fußballexperte Jens Lehmann Foto: dpa
RTL-Fußballexperte Jens Lehmann Foto: dpa
Es war endlich einmal wieder ein guter Auftritt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. 10,99 Millionen Zuschauer sahen den 3:1-Sieg von Jogis Jungs über Polen auf RTL - und taten sich gleichzeitig die Übertragung des Privatsenders an. Zugegeben: Die Berichterstattung während des Spiels ist solides Bundesliga-Niveau. Kein großer Schnickschnack - einfach Fakten zu Spielern und Mannschaften. Doch was RTL drumherum anbietet, ist eher Kreisklasse.

Da kann man noch darüber hinwegsehen, dass der Sender die Ausgaben, die für die Übertragungsrechte immens waren, durch Dauer-Werbung in der Halbzeit sowie vor und nach dem Spiel wieder reinholen muss. Aber man kann doch von einer Redaktion erwarten, dass nach dem Spiel der Bundestrainer zum Interview kommt. Nicht so beim Privatsender, wo schnell noch ein Techniker mit Löws Stuhl durch das Bild huscht, ehe die RTL-Sport-Allzweckwaffe Florian König und Experte Jens Lehmann ihre teils banalen Fragen - bis hin zum nicht ausgetrunkenen Nationaltrainer-Espresso - stellen.

Apropos Lehmann: Wer hat diesem Miesmacher eigentlich einen Job vor der Kamera verschafft? Da spielt die deutsche Elf die besten 90 Minuten seit Brasilien 2014 und der Ex-Nationalkeeper hat nichts anderes zu sagen, als dass er schnelle Nationalspieler vermisse.

Lieber Jens, auch Sie waren einst Nationalspieler und auch Sie müssten noch wissen, dass es das perfekte Spiel nur selten gibt. Außerdem glaube ich mich zu erinnern, dass auch Sie kein Sprinter vor dem Herrn gewesen sind. Also bitte nicht immer so miesepetrig.