Fürth
Fußball

SpVgg Greuther Fürth: Thesker aus Disko geschmissen

Ausgerechnet ein Club-Fan hat es auf Video aufgenommen: Stefan Thesker von Zweitligist SpVgg Greuther Fürth wurde in der Nacht auf Sonntag aus einer Disko in Nürnberg geschmissen.
Auf dem Platz wird Stefan Thesker (Mitte) von seinen Gegenspielern in die Mangel genommen. In der Nacht auf Sonntag ist der Profi der SpVgg Greuther Fürth von Türstehern aus einer Disko in Nürnberg geschmissen worden. Foto: Daniel Karmann/dpa
Auf dem Platz wird Stefan Thesker (Mitte) von seinen Gegenspielern in die Mangel genommen. In der Nacht auf Sonntag ist der Profi der SpVgg Greuther Fürth von Türstehern aus einer Disko in Nürnberg geschmissen worden. Foto: Daniel Karmann/dpa
Nicht nur sportlich läuft es zur Zeit schlecht bei der SpVgg Greuther Fürth. Gerade mal einen Zähler holte der Fußball-Zweitligist in den vier Spielen vor der Winterpause. Jetzt droht dem Kleeblatt zusätzlich Ärger. Am Rande des Ligaspiels gegen RB Leipzig am Samstag hat ein Zuschauer einen Bierbecher in Richtung der Gästebank um Trainer Ralf Rangnick geworfen, am Abend fiel Fürths Abwehrspieler Stefan Thesker in einer Nürnberger Diskothek unangenehm auf.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag ist vor dem "Mach 1" in Nürnberg ein Video aufgenommen worden, das Thesker beim unfreiwilligen Verlassen zeigt, räumte die SpVgg in einer Pressemitteilung ein und verurteilte das Verhalten ihres Profis auf das Schärfste. In dem von einem Club-Fan aufgenommenen, veröffentlichten und kommentierten Video ist zu hören, wie sich Thesker über das Gehalt des Türstehers lustig macht und ihn obszön beleidigt.

Das kommt dabei raus, wenn a Fädder Fussballprofi in a Nämbercher Disco geht und sich aufführt wie da Rotz am Löffel! So...

Posted by Der Gnoddzn on Sonntag, 20. Dezember 2015


"Die Aussagen und das Verhalten passen null Komma null zu unserem Verein und zu den Werten, für die wir stehen. Uns fehlt dafür jegliches Verständnis. Das geht überhaupt nicht", erklärte Präsident Helmut Hack. Der Klub prüfe derzeit noch den gesamten Sachverhalt und werde danach die notwendigen Maßnahmen treffen.


Ralf Rangnick ist empört

Unterdessen hat sich RB-Coach Rangnick seiner Empörung über den Bierbecherwurf auf die Ersatzbank beim Gastspiel in Fürth freien Lauf gelassen. "Wenn man jetzt nicht mal mehr auf der Trainerbank sicher sitzen kann, hört's irgendwo auf. Wenn ein voller Bierbecher halb gegen den Kopf fliegt, dann ist das nicht mehr lustig", sagte der 57-Jährige nach dem 2:1-Sieg am Samstag bei der SpVgg bei Sky und sprach von einer "grenzwertigen Atmosphäre" im Stadion: "Da muss ich ganz deutlich sagen, das lassen wir uns einfach nicht bieten. Das geht nicht."

In einer mitreißenden Schlussphase hatten die Leipziger den späten Ausgleich der Fürther in der ersten Minute der Nachspielzeit durch Stefan Ilsanker (93.) noch gekontert und gewonnen. Nach dem 1:1 brannten bei einer kleinen Gruppe von Fürther Fans die Sicherungen durch. "Ich finde, dieser Hass, der bei einigen Leuten auch teilweise im Gesicht geschrieben steht, der hat in einem Stadion nichts zu suchen", mahnte Rangnick und zeigte kein Verständnis für die Vorkommnisse. "Wenn das bei uns im Stadion passiert, hätte das massive Folgen, da würde ich höchstpersönlich für sorgen."


Richtige Antwort auf dem Platz

Den Vorfall will Rangnick selbst aber nicht dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) melden. "Der Schiedsrichter hat es ja mitgekriegt und der vierte Offizielle auch. Wir wollen das jetzt nicht höher hängen als nötig. Die Mannschaft hat die richtige Antwort auf dem Platz gegeben", sagte Rangnick. Bereits im Vorfeld hatten Fürther Fans literweise Öl in den Gäste-Fanblock gegossen. Die Ordnungskräfte reagierten aber umgehend und verstreuten Sand und Split.

"Wir sind sehr stolz darauf, dass wir bei uns im Stadion keine Gewalt, Pyrotechnik oder ähnliches wie Diskriminierung der gegnerischen Mannschaft erleben", sagte Leipzigs Vorstandschef Oliver Mintzlaff am Sonntag und ergänzte: "Nicht nur wir werden mit solchen Problematiken konfrontiert, sondern es ist ein grundsätzliches Problem, mit dem die ganze Liga zu kämpfen hat. Gegenüber RB Leipzig ist eine immer stärkere Versachlichung eingetreten. Der Unterschied zur vergangenen Saison ist wie Tag und Nacht."