Ausländische Fußball-Profis aus der Bundesliga sind bei der WM in Brasilien stark vertreten. In den 31 vorläufig gemeldeten Kadern befinden sich 61 Akteure aus der Bundesliga und fünf Profis aus der 2. Liga.

Vor vier Jahren verteilten sich insgesamt 94 Spieler aus der Bundesliga, die deutschen Nationalspieler mit eingerechnet, auf die 32 WM-Teilnehmer. Wie schon im Jahr 2010 berief der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld gleich neun Spieler aus Deutschlands Eliteliga. Kein anderes WM-Teilnehmerland führt mehr Bundesliga-Profis im Kader. Angeführt wird die «deutsche» Truppe von Bayern-Spieler Xherdan Shaqiri.

«Ich setze auf bewährte Kräfte und deshalb auf Spieler, die auch bei der ganzen Qualifikation dabei waren», sagte der frühere Bayern- und BVB-Trainer. Deshalb berücksichtigte Hitzfeld auch nicht Leverkusens Eren Derdiyok, der im Verein und in der Nationalmannschaft zuletzt kaum eine Rolle gespielt hatte. Der Angreifer galt in der Schweiz lange Zeit als kommender Star; er absolvierte bisher 46 Länderspiele.

Nach der Schweiz belegt Japan zusammen mit Bosnien-Herzegowina im Legionärs-Ranking der Bundesliga Platz zwei. Nippon-Trainer Alberto Zaccheroni setzt auf sieben Spieler aus Deutschland. Der Mainzer Shinji Okazaki sorgte dabei für die meisten Schlagzeilen. Mit 15 Treffern stellte er einen Mainzer Torrekord in der Bundesliga auf und löste zudem Shinji Kagawa (14 Tore) als treffsichersten Japaner der Liga-Historie ab. «Viele unserer Spieler sind im Ausland tätig, einige in Top-Clubs, daher sind die Erwartungen in Japan sehr groß», berichtete der Ex-Stuttgarter, der glaubt, «dass wir zum ersten Mal die Chance haben, weiter als das Achtelfinale zu kommen.»

Auch Bosniens Nationalcoach Safet Susic vertraut bei der Premieren-WM des noch jungen Landes auf sieben Bundesliga-Profis. Stuttgarts Vedad Ibisevic sorgte mit seinem Siegtor zum 1:0 in Litauen im letzten WM-Qualifikations-Match für die erste Teilnahme der Bosnier an einer Weltmeisterschaft überhaupt. Locker möchte das Team vom Balkan das Turnier aber keineswegs angehen. «Wir fahren nicht nach Brasilien, um Land und Leute kennenzulernen», sagte der zuletzt beim VfB glücklose Stürmer: «Wir wollen unser Land auf dem Platz würdig vertreten.»

Mit geballter Bundesliga-Power geht auch Kroatien in die WM. Der frühere Bundesliga-Spieler Niko Kovac nominierte für den vorläufigen Kader ein deutsches Quintett. Nicht dabei ist der Ex-Herthaner Josip Simunic, der von der FIFA wegen eines faschistischen Grußes im vergangenen November für zehn Spiele gesperrt wurde. «Leider» könne sein «Freund» Simunic nicht dabei sein, sagte Kovac am Mittwoch.

Innerhalb der Bundesliga liegen Meister FC Bayern München und der VfL Wolfsburg mit jeweils sieben WM-Fahrern an der Spitze. Dabei spielen die beiden einzigen Legionäre des Gastgeberlandes Brasilien bei den beiden Top-Clubs - Dante verteidigt für die Bayern, Luiz Gustavo sorgt im defensiven Mittelfeld des VfL für Ordnung. «Dante und Luiz Gustavo sind dabei wegen ihrer Position, die sie in ihren Mannschaften haben, und weil sie sich immer in exzellenter Form präsentiert haben», erklärte Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari: «Mir gefällt der Fußball dieser beiden Spieler sehr.»

«Ich möchte mich bei Scolari für sein Vertrauen in meine fußballerische Qualität bedanken», verkündete Dante brav und versprach: «Ich werde alles geben, um der Mannschaft zu helfen, wo ich nur kann. Unser Ziel ist es, als Weltmeister dieses Turnier zu beenden.»