Die Vorsicht fuhr mit bei der ersten Weltcup-Abfahrt dieses Winters. Skirennfahrerin Kira Weidle hat im französischen Val d'Isère eine Top-Ten-Platzierung knapp verpasst.

«Ich glaube, man hat schon gemerkt, dass ich im unteren Teil einiges an Respekt dabei hatte», sagte die 24-Jährige, die beim Sieg der Schweizerin Corinne Suter Rang elf belegte.

Weidles Rückstand auf die Vizeweltmeisterin von 2019 und Abfahrts-Weltcupsiegerin der vergangenen Saison betrug 1,45 Sekunden. Womöglich wäre sie etwas unbekümmerter gefahren, wäre sie in den Trainings zuvor nicht zweimal gestürzt. Körperlich sei sie deshalb «nicht in Topform» gewesen, erklärte die Starnbergerin. Nach einem letztlich aber «soliden» Auftakt, bei dem sie erstmals auch den unteren Teil der Piste befahren hatte, wolle sie bei der zweiten Abfahrt am Samstag «noch mal eine gute Schippe drauflegen.»

Der erste Speedwettbewerb der Damen in diesem Winter wurde von Stürzen überschattet und mehrfach unterbrochen. Die Österreicherin Nicole Schmidhofer, Vorjahres-Gesamtweltcupsiegerin Federica Brignone aus Italien, Joana Haehlen (Schweiz) und Alice McKennis (USA) krachten alle im gleichen Streckenabschnitt in den Fangzaun, in dem auch Weidle tags zuvor gestürzt war. Schmidhofer durchbrach gar das Netz und blieb dahinter liegen. Sie wurde mit dem Rettungsschlitten ins Tal und danach in ein Krankenhaus gebracht. Nach ersten Informationen war sie bei Bewusstsein.

Auf die Plätze zwei und drei fuhren die Italienerin Sofia Goggia (+0,11) und die Amerikanerin Breezy Johnson (+0,20). Weidle war als einzige deutsche Athletin an den Start gegangen.

© dpa-infocom, dpa:201218-99-743628/3