Stuttgart

VfB mit XXL-Kader in die Bundesliga?

Mit einem aufgeblähten Kader geht der VfB Stuttgart die Mission Wiederaufstieg an. Das 2:1 gegen den VfL Bochum bewies, dass sich starke Einwechselspieler auszahlen können. Doch es besteht die Gefahr für Unstimmigkeiten - wie im Fall Santiago Ascacibar.
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Torjubel
Stuttgarts Nicolas Gonzalez (M) jubelt nach seinem Tor zum 2:1 gegen den VfL Bochum. Foto: Thomas Kienzle Foto: dpa

Für die kleinen Fans am VfB-Trainingsgelände ist Mario Gomez die Nummer eins. Immer wieder rufen die Jungen und Mädchen am Dienstagvormittag seinen Namen.

Im aufgeblähten Kader des VfB Stuttgart aber hat es der frühere Fußball-Nationalstürmer bei all der Konkurrenz auch in der 2. Bundesliga schwer. Am Ende des Transfer-Irrsinns sind es noch immer 29 Profis, die dem Aufstiegsfavoriten die Rückkehr in die erste Liga sichern sollen. Das enorme Angebot birgt auch Gefahr für Frust und Zwist.

Für den 34-jährigen Gomez, zuletzt ein wenig angeschlagen, war am Montagabend beim 2:1 gegen den VfL Bochum erst ab der 90. Minute Platz. «Jeder muss sich dem Leistungsprinzip unterordnen. Die Mannschaft geht gut damit um. Sie wissen, dass wir, um den Aufstieg schaffen zu können, Qualität im Kader brauchen», sagt Trainer Tim Walter. Er wehrt sich gegen Kritik am zu großen Kader. Talente, Verletzte, Torhüter - das relativiere die Zahl, zählt der 43-Jährige auf.

Mit elf Punkten aus den ersten fünf Spieltagen und als ungeschlagener Tabellenzweiter kann der VfB aus sportlicher Sicht in Ruhe in die Länderspielpause gehen. Doch schon an der Suspendierung von Santiago Ascacibar zeigt sich die Gefahr für Unmut. Welche disziplinarischen Gründe dazu führten, dass der eigentlich mannschaftsdienliche Argentinier am Montag nicht im Kader stand, behielt Walter für sich.

Im Mittelfeld kämpfen neben Stammspieler Atakan Karazor und Ascacibar der langjährige Bundesliga-Profi Gonzalo Castro, Philipp Klement, Orel Mangala, der japanische Nationalspieler Wataru Endo und Daniel Didavi um vier Plätze. Dazu kommen die Talente Mateo Klimowicz und Tanguy Coulibaly und seit dem letzten Tag der Transferperiode Philipp Förster. Der ehemalige VfB-Junior kam vom SV Sandhausen zurück und verstärkt das Gedrängel zusätzlich.

20 Zu- und 18 Abgänge verbuchte der VfB mit dem rastlosen Sven Mislintat. Der erschöpfte Sportdirektor verabschiedete sich nun erst einmal in einen kurzen Urlaub. Erst nach Mitternacht hatte der VfB den Abschied des griechischen Angreifers Anastasios Donis zu Stade Reims als perfekt vermeldet. Zunächst per Leihgabe, im Falle des Klassenerhalts mit einer Kaufverpflichtung für die Franzosen.

Als Konkurrent für Gomez machte auch Millionen-Einkauf Silas Wamangituka bei seinem Startelf-Debüt auf sich aufmerksam. Der 19-Jährige hatte gegen Bochum wie Hamadi Al Ghaddioui den Vorzug vor Gomez und Nicolas Gonzalez bekommen. 

Wirbelwind Gonzalez traf nach der Führung durch Daniel Didavi (19. Minute) und dem Ausgleich durch Silvere Ganvoula (40.) schon kurz nach seiner Einwechslung zum 2:1 (48.). Auch der Argentinier dürfte Pluspunkte gegenüber Gomez gesammelt haben. «Wenn er gut trainiert und die Dinge macht, die ich von ihm erwarte, dann muss es keine Jokerrolle sein», sagte Walter über Gomez.