Dublin

U21 greift nach EM-Ticket - «Können noch viel erreichen»

Spielfreudig, abschlussstark, souverän: Der 6:0-Sieg der deutschen U21 in der EM-Qualifikation gegen Irland ist ein großer Schritt in Richtung EM. Die Mannschaft von Trainer Stefan Kuntz überzeugt ohne einige Stammspieler - vor allem die Stürmer nutzen ihre Chance.
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Cedric Teuchert
Traf in Dublin dreimal für die deutsche U21: Cedric Teuchert.

Seinen ersten DFB-Dreierpack und den großen Schritt in Richtung EM feierte Cedric Teuchert mit den U21-Kollegen mit einem spontanen Jubel-Foto in der Kabine.

Anschließend stiegen der Stürmer des FC Schalke 04 und die U21-Fußballer mit einem guten Gefühl in den Flieger in Richtung Heimat. «Jetzt können wir beruhigt nach Hause fliegen», sagte Teuchert, der mit drei Treffern beim überzeugenden 6:0-Sieg der deutschen U21 gegen Irland in Dublin Mann des Spiels war. «Das war ein Riesen-Step in Richtung EM», sagte Teuchert.

Ihr EM-Ticket hat die Nachwuchs-Auswahl nun fast schon sicher. Bei fünf Punkten Vorsprung reicht ein Sieg aus den Heimspielen gegen Norwegen und Irland im Oktober für die direkte Qualifikation. «Ich glaube, mit der Mannschaft können wir noch viel erreichen», schwärmte Matchwinner Teuchert. EM-Qualifikation, Titelverteidigung, Ticket für Olympia 2020 - die nächsten Ziele der U21 sind ambitioniert.

In Dublin präsentierte sich die U21 spielfreudig, abschlussstark und überzeugte in allen Bereichen. Das 6:0 war eine Demonstration der Stärke, gerade auch nach der jüngsten Kritik am DFB-Nachwuchssystem. «Jetzt war es einfach wichtig, dass die Mannschaft ihren Teamgeist damit belohnt, dass das Ergebnis stimmt», sagte U21-Trainer Stefan Kuntz. «Und das hat sie zu 100 Prozent gemacht.»

Der Kieler Aaron Seydel, dreimal Teuchert und Doppeltorschütze Suat Serdar erzielten die Treffer gegen die Iren, die zuvor die beste Abwehr der Qualifikationsgruppe gestellt hatten. «Das lässt natürlich auch bei mir persönlich das Stürmerherz höherschlagen. Ich kann die Jungs nur für ihre Zielstrebigkeit und auch für die Chancenverwertung loben», sagte Kuntz mit Blick auf die Tor-Ausbeute seiner Angreifer. Monacos Benjamin Henrichs urteilte: «Wir haben enorm viel Qualität. In der Mannschaft steckt viel drin und das hat man heute gesehen.»

Zum enorm wichtigen Faktor wurde dabei der 21 Jahre alte Teuchert, der in seinen nun sieben U21-Länderspielen schon sieben Tore erzielt hat. «Jeder freut sich für den anderen, jeder kämpft für den anderen. Ich fühle mich pudelwohl in der Mannschaft, es macht extrem viel Spaß», sagte er. «Es war mein erster Hattrick für Deutschland. Das macht mich stolz, der Mannschaft mit den drei Toren weiterzuhelfen.»

Seit seinem Wechsel zum FC Schalke in der Winterpause kommt Teuchert im Verein über die Jokerrolle nicht hinaus, bei der U21 spielt er dagegen meist stark. «Da läuft der Austausch zwischen dem DFB und dem Verein optimal», urteilte Kuntz. «Cedric hat jetzt bei Schalke noch nicht so viele Einsatzzeiten, die kann er sich hier holen.» Teuchert will den Schwung unbedingt mit zu seinem Verein nehmen: «Das gibt mir Selbstvertrauen für die nächsten Wochen auf Schalke», sagte er.

Auch das Zusammenspiel mit Schalke-Kollege Serdar, der mit seinem Hackentor zum 6:0 den Schlusspunkt setzte, lief glänzend. «Den zweiten Elfmeter habe ich Cedric überlassen, weil er einen Dreierpack machen wollte. Beim dritten war es dann genau umgekehrt», sagte Serdar. «Dieser Zusammenhalt zeichnet uns als Team aus.»