Canmore

Skijäger Lesser sichert sich WM-Ticket - Hildebrand Vierte

Erik Lesser sichert sich als Achter in Canmore das Ticket für die Biathlon-WM. Für den Thüringer ist es das bislang beste Resultat in einer schwierigen Saison. Auch Franziska Hildebrand ist bei arktischer Kälte besser als zuvor in diesem Winter.
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Bester Deutscher
Erik Lesser läuft im Einzel beim Weltcup im kanadischen Canmore auf Rang acht. Foto: Jeff Mcintosh/The Canadian Press/AP

Bei arktischer Kälte hat Ex-Weltmeister Erik Lesser zum Auftakt des Biathlon-Weltcups im kanadischen Canmore sein bestes Saisonresultat abgeliefert und sich endlich sein WM-Ticket gesichert.

Der Thüringer landete beim zwölften Saisonsieg des norwegischen Überfliegers Johannes Thingnes Bö mit einem Schießfehler im Einzel auf dem achten Platz. Der Ex-Weltmeister hatte im Ziel nach 15 Kilometern 3:01,7 Minuten Rückstand, erfüllte aber die Norm für die Weltmeisterschaft in einem Monat in Schweden.

Franziska Hildebrand war bereits sicher für die WM qualifiziert, schaffte als Einzel-Vierte aber ebenfalls ihr bestes Ergebnis in diesem Winter. Die zweimalige Staffel-Weltmeisterin blieb ohne Schießfehler und verpasste das Podium nur um 26,9 Sekunden. Den Sieg sicherte sich die Norwegerin Tiril Eckhoff (1 Fehler) vor Marketa Davidova aus Tschechien und der Italienerin Lisa Vittozzi (beide 0). Zweitbeste Deutsche war Vanessa Hinz als Sechste.

Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier konnte aufgrund von zwei Schießfehlern nicht ganz vorne mitmischen. Als Neunte hatte sie 1:30,5 Minuten Rückstand auf Eckhoff. «Mit dem Schießen bin ich nicht ganz zufrieden, da ist noch Potenzial. Auf der Strecke habe ich mich eigentlich ganz gut gefühlt», sagte Dahlmeier. Noch vor elf Tagen hatte die siebenmalige Weltmeisterin in Antholz erstmals in diesem Winter gewonnen.

Lesser traf derweil 19 Schüsse - und setzte ausgerechnet den letzten daneben. «Der Fehler hat ihn das Podium, wahrscheinlich den dritten Platz gekostet», sagte Bundestrainer Mark Kirchner in der ARD.

Bei Temperaturen von knapp 14 Grad unter Null schützten sich viele Skijäger unter anderem mit Gesichtspflastern, aber Lesser verzichtete auf den Olympiastrecken von 1988 darauf. Im Gegensatz zu Teamkollege Arnd Peiffer. Der Sprint-Olympiasieger schaffte es als Zweitbester des Deutschen Skiverbandes mit zwei Fehlern auf Platz 13.

«Es war okay, mehr nicht», sagte Peiffer und fasste sein Rennen in einem Wort zusammen: «Durchwachsen.» Philipp Nawrath wurde 17., Roman Rees 29. und Johannes Kühn 36. Sprint-Weltmeister Benedikt Doll musste sich nach drei Fehlern mit Rang 51 begnügen.

Bö ist derweil auf Rekordjagd. Im 16. Einzelrennen des Winters gewann der 25-Jährige zum zwölften Mal. Zehn Rennen bleiben ihm noch, um die bisherige Bestmarke von 14 Triumphen des Franzosen Martin Fourcade aus der Saison 2016/2017 zu überbieten. Fourcade fehlt wegen Formschwäche bei den Übersee-Weltcups in Kanada und den USA und will bei der WM in einem Monat in Östersund in Topform sein.

Aufgrund extremer Kälte in den vergangenen Tagen wurden die Rennen verkürzt. Außerdem wurde ein Fehlschuss nicht mit der üblichen Strafminute, sondern nur mit 45 Sekunden geahndet.

Das Wetter wird vom Weltverband IBU weiter genau beobachtet. Aktuell sind am Freitag die Staffeln und am Samstag Sprintrennen geplant. Die Wettbewerbe wurden einen Tag vorgezogen, um mehr Spielraum im Fall von Absagen zu haben.

Bis Sonntag sind in der Provinz Alberta Temperaturen zwischen minus neun und minus 29 Grad angekündigt. In den IBU-Wettkampfregeln ist festgelegt, dass bei weniger als minus 20 Grad kein Weltcup-Start erlaubt ist. Ab minus 15 Grad Celsius muss es einen Juryentscheid in Absprache mit dem medizinischen Delegierten der IBU geben.