Wie der schottische Verband mitteilte, muss sich der Profi vom FC Chelsea für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Damit fiele der 20-Jährige auch für ein mögliches Achtelfinalspiel der Bravehearts aus. Dazu muss aber als erste Voraussetzung ein Sieg am Dienstag (21.00 Uhr) in Glasgow gegen Kroatien her.

Gilmour war beim 0:0 gegen England zum Star des Spiels gekürt worden. Danach hatte es viele Lobeshymnen für den Champions-League-Sieger gegeben, der auch ein großer Hoffnungsträger für das Duell mit Vizeweltmeister Kroatien war. «Er hat eine große Zukunft vor sich. Er kann so viele Länderspiele gewinnen, wie er will», hatte Kapitän Andy Robertson vom FC Liverpool den jungen Mitspieler gelobt.

Der schottische Verband bestätigte der BBC, dass keine weiteren engen Kontakte zu Gilmour festgestellt worden seien. Derzeit stehe Trainer Steve Clarke ein Kader von 25 Spielern zur Verfügung.

Bei Kroatien hinterlässt der positive Corona-Fall ein ungutes Gefühl. «Wir sind besorgt, aber leider müssen wir dieses Spiel spielen», sagte Trainer Zlatko Dalic in Glasgow. r hoffe, dass es keinen weiteren Fall gebe und Gilmour bald wieder gesund sei, sagte Dalic. Befragt zu den Corona-Bedingungen und den Wirbel um Gilmour sprach er auch über die seiner Ansicht nach nicht gleichen Voraussetzungen der Teams bei der Fußball-EM. «Wir reisen alle drei Tage, das sind keine guten Bedingungen», sagte er.

Kroatien hat sein Teamquartier wegen der Corona-Pandemie in der Heimat. Grund ist die Sorge, dass bei einem positiven Corona-Fall die ganze Mannschaft möglicherweise in Quarantäne müsste. «Die Bedingungen sollten für alle dieselben sein. Es sind nicht dieselben für alle.» Die bisherigen Corona-Fälle kurz vor oder während der EM hatten keine Team-Quarantäne zur Folge.

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