Zwei von ihnen hätten vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen die tschechische Fußball-Nationalelf Gefährderanschreiben erhalten, teilte Dresdens Polizeipräsident Horst Kretzschmar mit. Aus einer Gruppe von rund 200 Deutschen waren in Prag rechtsradikale Parolen gerufen und eine Gedenkminute durch Schmähungen gestört worden.

«Da Gefährderanschreiben allein offensichtlich nicht in jedem Fall von einer Anreise abhalten, werden wir zukünftig auch Meldeauflagen als weiteren präventiven Baustein prüfen», meinte Kretzschmar. «Voraussetzung dafür sind allerdings konkrete Erkenntnisse, die eine entsprechende Gefahrenprognose erlauben.» Unklar sei aber noch, ob den identifizierten Dresdnern von den tschechischen Behörden Straftaten vorgeworfen werden.

Die Polizei habe unaufgefordert mit der Sichtung des Bild- und Videomaterials begonnen, sagte Kretzschmar. «In erster Linie identifizieren unsere Ermittler Personen, die sich während des Spiels im Prager Stadion aufhielten. Wir gehen damit in Vorleistung für den Fall, dass uns die zuständigen Behörden mit strafrechtlichen Ermittlungen beauftragen.»