München

Kovac warnt «gebrandmarkte» Bayern - BVB mit Lob einlullen

Am 19. Spieltag tauschen Dortmund und Bayern im Titelkampf die Rollen. Diesmal legt der BVB vor, die Münchner müssen im Spiel gegen Stuttgart reagieren. Der Trainer des Jägers schläft wieder «ruhiger».
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Niko Kovac
Münchens Trainer Niko Kovac bereitet der Job wieder richtig Freude. Foto: Swen Pförtner Foto: dpa

Niko Kovac bereitet der Job beim FC Bayern München nach der Mega-Krise im Herbst wieder richtig Freude.

«Man schläft schon ein bisschen ruhiger, wenn man weniger Stress hat», gestand der 47 Jahre alte Trainer nach zuletzt sechs Siegen am Stück in der Fußball-Bundesliga vor dem ersten Heimspiel des Jahres am Sonntag gegen den mal wieder abstiegsbedrohten VfB Stuttgart.

Entspannt zurücklehnen freilich kann und will sich der Kroate nicht. Die Jagd auf Borussia Dortmund und die Vorbereitung auf die in Kürze anstehenden K.o.-Spiele im DFB-Pokal in Berlin gegen Hertha BSC und im Champions-League-Achtelfinale gegen den FC Liverpool erfordern höchste Konzentration. Patzen ist verboten, trotzdem empfiehlt Kovac seinen Stars in München auch einen Schuss Lockerheit: «Wir dürfen nicht verkrampfen.» Der Trainer liegt damit auf einer Linie mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der für den Titelkampf und die BVB-Jagd die Devise ausgegeben hatte: «Wir sollten mit dem Thema entspannt umgehen.»

Am 19. Spieltag tauschen die Titel-Rivalen nun die Rollen. Diesmal legt die Borussia am Samstag gegen den Tabellenvorletzten Hannover 96 vor. Und die Bayern müssen 24 Stunden später auf das Ergebnis reagieren. «Ich persönlich spiele lieber früher», verriet Kovac. Das Ziel fürs Wochenende lautet: «Wir wollen dran bleiben, müssen Druck machen.»

Weil ein BVB-Ausrutscher unwahrscheinlich scheint, versucht Kovac den Konkurrenten mit Lob einzulullen. «Der BVB hat eine sehr talentierte, junge Mannschaft, die zudem zwei, drei ältere Stützpfeiler besitzt. Das ist eine Mannschaft, die nicht viel falsch macht.»

Genau das ist den Bayern in der Hinrunde passiert - gerade im eigenen Stadion, wo es in acht Partien lediglich zu 15 Punkten reichte. Die Rückkehr zur Heimmacht ist darum für 2019 ein zentrales Thema. «Wir sind schon gebrandmarkt. Wir haben gegen vermeintlich Schwächere sechs Punkte liegengelassen», erinnerte Kovac an die Aussetzer gegen den FC Augsburg (1:1), den SC Freiburg (1:1) und Fortuna Düsseldorf (3:3). «Wir haben viel liegengelassen in der Hinserie, das darf uns in der Rückrunde nicht passieren», sagte Torhüter Manuel Neuer.

Gegen Stuttgart könnte die Siegerelf von Hoffenheim beginnen. Denn Kovac hält an dem erfolgreichen Rotationsstopp vom Hinrundenende fest. Kapitän Neuer forderte darum schon vorab Einsicht bei den Akteuren, die wie James Rodríguez ins A-Team drängen. «Jeder Spieler, der bei Bayern München spielt, weiß, dass es einen harten, schwierigen Konkurrenzkampf gibt, dass der eine oder andere Spieler, der wichtig ist, auf der Bank Platz nehmen muss», sagte Neuer.

Serge Gnabry steht nach muskulären Problemen gegen Stuttgart als ein hochkarätiger Joker zur Verfügung. «Der VfB hat eine Zeit hinter sich, die nicht so positiv lief. Er ist angeschlagen. Wenn wir mit Seriosität ins Spiel gehen, behalten wir die Punkte», sagte der Nationalspieler, der in der Jugend das VfB-Trikot trug.

Der erkältete Jérôme Boateng dürfte hingegen ausfallen. «Die Blutwerte waren nicht so, wir gehen kein Risiko ein», erklärte Kovac. Arjen Robben und Franck Ribéry kehren nach ihren Verletzungen frühestens in einer Woche gegen Bayer Leverkusen in den Münchner Kader zurück.

Kurz vor Ablauf der Transferfrist positionierte sich Kovac deutlich in der Personalie Renato Sanches. Den 21 Jahre alten Portugiesen möchte er keinesfalls zu Paris Saint-Germain mit Coach Thomas Tuchel ziehen lassen. «PSG ist sehr interessiert. Aber ich habe klipp und klar gesagt, dass Renato nicht geht. Ich möchte ihn nicht abgeben!»