München

«Komm, Sascha»: Becker feuert Zverev beim Auftaktsieg an

Auf dem Münchner Center Court fühlt sich Alexander Zverev einfach wohl. Der Turniersieger von 2017 und 2018 startet mit «positiver Energie» und einem Zweisatzerfolg. Ein Routinier bläst zur «Attacke». Wimbledonsieger Stich sieht einen Mann «für die Zukunft».
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Alexander Zverev
Alexander Zverev musste im ersten Satz gegen den Argentinier Juan Ignacio Londero kämpfen. Foto: Sven Hoppe

Am Tag der Arbeit musste Alexander Zverev auf dem Tennisplatz nur im umkämpften ersten Satz richtig ranklotzen.

Unter den Augen von Boris Becker gewann der ATP-Weltmeister sein Auftaktspiel vor vollen Rängen beim Sandplatzturnier in München gegen den Argentinier Juan Ignacio Londero mit 7:5, 6:1.

«Für mich war das ein sehr positives Spiel. Ich habe wieder positive Energie bekommen», erklärte Zverev nach dem 64-Minuten-Auftritt bei strahlendem Sonnenschein auf dem vollen Center Court. «Für eine erste Runde war das Wahnsinn», sagte der 22-jährige Hamburger zur Unterstützung der Zuschauer, die ihn nach großen Punkten feierten.

Nach einem Freilos in Runde eins zog Zverev ins Viertelfinale ein, in dem er auf den ungesetzten Chilenen Cristian Garin trifft. Sein erklärtes Ziel nach den Erfolgen 2017 und 2018 ist der Titel-Hattrick in München. 2019 ist Deutschlands Nummer 1 noch titellos. «Mein Spiel wiederfinden» - unter dieses Motto hat Zverev darum das Heimturnier gestellt. Das gelang ihm gegen Londero aber erst nach zähem Beginn.

Härte und Präzision in den Schlägen wechselten anfangs noch stark. «Ich hatte viele schwere Moment im ersten Satz», gestand Zverev. Aber die spektakulären und wichtigen Punkte gewann eben er - ein Zeichen von Weltklasse. «Komm, Sascha», rief ihm Becker beim Stand von 6:5 im ersten Satz von der Tribüne aus zu. Prompt erkämpfte sich Zverev mit einem fantastischen Rückhandschlag den ersten Satzball. Der zweite führte dann zum 7:5. Die Unterstützung Beckers bezeichnete Zverev als Freundschaftsdienst: «Wir sind sehr gute Freunde.»

Im zweiten Durchgang glückte ihm fast alles, auch ein Kunstschlag durch die Beine. «Da habe ich mein bestes Tennis gezeigt», urteilte Zverev zufrieden. Londero (25) nur noch ein Sparringspartner. «Es wird eine interessante Woche», äußerte der Turnierfavorit.

Zwei deutsche Profis können Zverev ins Viertelfinale folgen, der dreimalige Turniersieger Philipp Kohlschreiber (35) und Youngster Rudolf Molleker (18). Routinier Kohlschreiber setzte sich in seinem Auftaktmatch mit 6:2, 7:5 gegen den Südtiroler Andreas Seppi durch. «Ich bin gut gestartet, ich fühle mich gut. Es war wunderschön zu spielen», sagte Kohlschreiber.

Im Achtelfinale erwartet ihn eine knifflige Aufgabe gegen den an Nummer zwei gesetzten Russen Karen Chatschanow. «Das ist ein sehr aggressiver Grundlinienspieler, ein sehr guter Aufschläger, er will mit der Vorhand immer Druck machen», äußerte Kohlschreiber über Chatschanow: «Für mich heißt es von Anfang an: volle Attacke!»

Der 18-jährige Molleker setzte sich gegen Marius Copil aus Rumänien nach hartem Kampf mit 7:6 (7:5), 4:6, 6:4 durch. Der Berliner darf sich nun auf die große Achtelfinal-Prüfung gegen den an Nummer vier gesetzten Roberto Bautista Agut aus Spanien freuen. «Das ist einer für die Zukunft», sagte der ehemalige Wimbledonsieger Michael Stich als Gast auf der Anlage des MTTC Iphitos über Talent Molleker.

Für vier deutsche Tennis-Profis war das Heimturnier dagegen schnell vorbei: Davis-Cup-Profi Jan-Lennard Struff, Alexander Zverevs Bruder Mischa, der Stuttgarter Yannick Maden und auch Vorjahres-Halbfinalist Maximilian Marterer aus Nürnberg verloren gleich in der ersten Runde.