In nur 53 Minuten ließ Kohlschreiber dem russischen Topspieler nicht den Hauch einer Chance. «Ich habe heute sehr gut gespielt und hoffe, dass sich der Mannschaft hier noch mit einigen guten Matches helfen kann», sagte der Weltranglisten-24. trotz der fast schlaflosen Nacht nach der Bayern-Pleite gegen den FC Chelsea im Elfmeterkrimi von München.

Das Champions-League-Finale hatte er gemeinsam mit den Team-Kollegen Florian Mayer, Philipp Petzschner und Christopher Kas im Spielerhotel gesehen und mitgelitten. «Ich habe danach wirklich sehr schlecht geschlafen. Ich dachte, ich wäre der Einzige, doch beim Frühstück hatten auch die anderen dicke Ringe unter den Augen. Das Spiel hat allen gezeigt, wie brutal der Sport sein kann», meinte Kohlschreiber.

Im zweiten Einzel kann Mayer den Auftakterfolg für den fünfmaligen Sieger der Mannschafts-Weltmeisterschaft am Montag unter Dach und Fach bringen, ansonsten muss das Doppel entscheiden. Weitere Gegner des DTB-Quartetts in der blauen Gruppe sind Serbien und Kroatien. «Natürlich wollen wir hier unseren Titel verteidigen. Aber vor den eigenen Fans haben wir vielleicht auch mehr Druck als die anderen. Wir haben noch schwere Spiele vor uns», betonte Kohlschreiber.

Sein Erstrunden-Aus in Rom vor einer Woche hat er gut verdaut. Vor heimischem Publikum präsentierte sich der Augsburger gegen den Weltrangisten-44. aus Moskau vom ersten Ballwechsel an topfit und konzentriert. Gleich zu Anfang gelang ihm ein Break, das ihm noch mehr Sicherheit verlieh. Den ersten Satz entschied Kohlschreiber bei strahlendem Sonnenschein in nur 23 Minuten für sich.

Zwar gelang dem Sieger des Turniers in München im ersten Spiel des zweiten Durchgangs gleich ein weiteres Break, doch Bogomolow kämpfte sich kurz zurück. Aber der erste Spielgewinn des Russen nach mehr als einer halben Stunde war nur ein Strohfeuer. So revanchierte sich Kohlschreiber für die Niederlage gegen den 29-Jährigen beim bisher einzigen Duell im Vorjahr in St. Petersburg.

Erstmals ist im Rochusclub nicht Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen Kapitän der deutschen Mannschaft. Mayers persönlicher Trainer Tobias Summerer übernimmt das Team-Coaching - ein Novum beim seit 1978 ausgetragenen Traditions-Wettbewerb am Rolander Weg.

Kohlschreiber vertraut zudem auf die Tipps seines Coaches Stefan Eriksson. «Wir haben uns alle ausgesprochen nach den Unstimmigkeiten beim Davis Cup in Bamberg. Ich habe sicher Fehler gemacht, die anderen haben sich auch entschuldigt. Und Patrik hat auch nicht alles richtig gemacht. Aber das Thema ist jetzt erledigt», bekräftigte Kohlschreiber. Dass Kühnen als Teamchef beim nächsten Davis-Cup-Spiel wieder auf der Bank sitze, sei abgemachte Sache. «Hier wollten wir mal etwas anderes ausprobieren.»