Vor dem direkten Duell zwischen Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt wird der Wechsel von Eintracht-Coach Adi Hütter an den Niederrhein immer konkreter.

Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung sollen sich die Gladbacher mit dem 51 Jahre alten Österreicher bereits über eine Zusammenarbeit zur neuen Saison geeinigt haben. Demnach soll Hütter als Nachfolger des nach Dortmund wechselnden Marco Rose einen Zwei-Jahres-Vertrag plus Option auf ein weiteres Jahr erhalten. Dafür wäre eine Ablöse in Höhe von 7,5 Millionen Euro an die Eintracht fällig - 2,5 Millionen Euro mehr, als die Gladbacher vom BVB für Rose erhalten sollen.

Zuvor hatte schon der «Kicker» berichtet, dass die Gespräche sehr weit seien. Von einer Einigung wollten beide Fußball-Bundesligisten vor ihrem Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) indes noch nichts wissen. «Wir kommentieren das nicht», sagte ein Gladbach-Sprecher. Auch die Hessen teilten auf Anfrage mit, dass sie keine Kenntnis davon hätten.

Zuletzt hatten sich die Anzeichen auf einen Abgang Hütters bereits verdichtet. Gerüchte über ein Interesse Gladbachs hatte es seit dem verkündeten Rose-Abgang nach Dortmund gegeben. Ende Februar hatte Hütter bei Sky aber noch gesagt: «Ich bleibe.» Die Bestätigung dieses Bekenntnis war zuletzt verdächtig ausgeblieben, als es erneut Spekulationen darüber gegeben hatte, Hütter könnte die Frankfurter doch verlassen.

Stattdessen hatte der Coach des Tabellenvierten betont, sich voll auf die große Chance der Champions-League-Qualifikation mit Frankfurt konzentrieren zu wollen. «Soll ich mich jeden zweiten, dritten Tag hinstellen und etwas kommentieren oder dementieren», sagte er kurz vor Ostern dazu.

Beobachter waren daher davon ausgegangen, dass die Verkündung des Wechsels so lange dauern würde, bis sich die erstmalige Qualifikation der Hessen für die Champions League noch mehr konkretisiert. Vor dem 29. Spieltag hat die Eintracht bereits sieben Punkte Vorsprung auf die Europa-League-Ränge. Auch deshalb hatte es in den vergangenen Wochen immer wieder Zweifel darüber gegeben, dass Hütter tatsächlich nach Gladbach wechseln könnte. Dem aktuellen Tabellenachten droht eine Saison ganz ohne Europapokal.

Doch sind die Borussen als etabliertes Spitzenteam der Bundesliga in ihrer Entwicklung bereits ein ganz Stück weiter als die Hessen, die der Abgang Hütters hart treffen würde. In Sportvorstand Fredi Bobic steht im Sommer schon ein zweiter Baumeister des Erfolgs vor dem Absprung.

Schon 2018 hatte Hütter die Young Boys Bern in Richtung Frankfurt verlassen, nachdem er die Schweizer zum nationalen Titel geführt hatte. Gleich in seiner ersten Saison in Frankfurt war er mit der Eintracht bis ins Halbfinale der Europa League vorgedrungen. Nun steht er mit den Hessen vor dem erstmaligen Einzug in die Champions League und damit der Krönung seiner erfolgreichen Arbeit.

Vom Profil scheint Hütter aber auch perfekt nach Mönchengladbach zu passen. Der frühere Profi ist ein Verfechter des Offensiv-Fußballs und zeichnet sich durch einen freundlichen, in der Sache aber bestimmten Umgang mit den Spielern aus. «Wir als Trainer und Verein versuchen den Spielern das Gefühl zu geben, dass sie sich wohlfühlen», beschrieb Hütter unlängst einmal seine Philosophie.

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