Berlin

Merkel lobt Handballer: «Sympathisch, bodenständig»

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die deutsche Handball-Nationalmannschaft beim Empfang im Kanzleramt für ihren Auftritt bei der WM im Januar gelobt.
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Empfang
Bundeskanzlerin Angela Merkel empfing in Berlin die deutsche Handball-Nationalmannschaft. Foto: Michael Kappeler

Das Team von Bundestrainer Christian Prokop habe zahlreiche «Sportmomente hervorgebracht für viele, viele Menschen bei uns im Lande», sagte Merkel in Berlin. «Und das deshalb weil sie so sympathisch, bodenständig an die Sache rangegangen sind und vor allem mit Leidenschaft. Und deshalb können sie stolz sein, obwohl Sie wahrscheinlich nicht besonders zufrieden waren.»

Die deutschen Handballer waren beim Turnier mit der Vorrunde in Berlin und der Hauptrunde in Köln Vierter geworden und im Spiel um Bronze mit 25:26 knapp an Frankreich gescheitert. In den letzten Sekunden des Spiels hätte auch ihr Blutdruck «einige Ausschläge gehabt», berichtete Merkel.

Die meisten Akteure der Nationalmannschaft konnten sich an ihren bislang letzten Besuch bei der Bundeskanzlerin noch gut erinnern. 2016 machten sie als Europameister ihrem damaligen Markennamen «Bad Boys» alle Ehre: Kapitän Uwe Gensheimer imitierte Merkels markante Raute, und es gab die geliebten Mini-Burger.

Nach Platz vier bei der Heim-WM im Januar gab sich die DHB-Auswahl diesmal äußerst brav. Gensheimer behielt die Arme konsequent auf dem Rücken, Vizepräsident Bob Hanning hielt sich im schlichten schwarzen Jackett an die Kleiderordnung. Als Präsente hatte die Mannschaft einen unterschriebenen Handball, ein Buch zu 100 Jahren Handball sowie ein großformatiges Foto dabei - und die Pokalsieger des THW Kiel sahen auch recht frisch aus.

Der Besuch bei der Kanzlerin war für die DHB-Auswahl trotz der Kritik am Termin eine angenehme Abwechslung. «Das ist schon eine große Ehre, aber nicht unbedingt der beste Termin», sagte Pekeler im Vorfeld. Für den Smalltalk hätten sich die gehetzten Profis gern mehr Zeit genommen. Doch der Lehrgang vor den beiden EM-Qualifikationsspielen gegen Polen drängt.

«Polen ist der stärkste Gegner in dieser Gruppe», warnt Prokop. «Unser nächstes großes Ziel ist die EM 2020. Hierfür wollen wir in Polen bestehen und den Grundstein für eine erfolgreiche Qualifikation legen.» Da lässt der Bundestrainer auch nicht mit sich handeln. In beiden Partien gegen den Nachbarn «brauchen wir eine Top-Leistung in der aktuell stärksten Besetzung», forderte er. Bis dahin sollte der Partyrausch des Kieler Quartetts auch restlos verflogen sein. Auch wenn sie von der Kanzlerin gleich noch zum Meister gekürt wurden.