Die deutschen Tennis-Herren wollen erstmals seit 28 Jahren wieder das Endspiel im Davis Cup erreichen. Gegner ist heute (13.00 Uhr/Servus TV) jedoch der große Titel-Favorit Russland.

Die Mannschaft: Für die Einzel kommen Jan-Lennard Struff, Dominik Koepfer und Peter Gojowczyk in Frage. Teamchef Michael Kohlmann ließ bei der Abschluss-Pressekonferenz offen, wer neben dem als Nummer eins gesetzten Struff das zweite Einzel spielen wird. Vieles spricht für Koepfer, nachdem Gojowczyk im Viertelfinale gegen Großbritannien mit dem Druck, für Deutschland zu spielen, nicht so gut klargekommen war. «Ich weiß es, aber ich werde es nicht verraten», sagte Kohlmann. Für das Doppel sind Kevin Krawietz und Tim Pütz gesetzt.

Der Gegner: Die Russen sind von den Ranglistenpositionen klar favorisiert - dies waren die Briten allerdings auch. Daniil Medwedew ist die Nummer zwei der Weltrangliste und hat im vergangenen Jahr die US Open gewonnen. Andrei Rubljow liegt auf Rang fünf. Zum Vergleich: Struff ist die Nummer 51, Koepfer die 54, Gojowczyk die 86. «Russland ist Favorit, absolut. Es wird schwierig, sie zu schlagen», sagte Struff. «Wir werden uns aber nicht verstecken, wir haben sehr gute Teamleistungen gebracht. Wir glauben an unsere Chance.»

Der Modus: Anders als früher werden seit der radikalen Reform nur noch zwei statt vier Einzel gespielt. Das Doppel bildet den Abschluss statt den Mittelpunkt. Überraschungen sind schneller möglich. Sollte das deutsche Team auch gegen die Russen eine Überraschung schaffen, stünden sie erstmals seit 28 Jahren wieder im Finale des prestigeträchtigen Mannschaftswettbewerbs. 1993 gewannen Michael Stich, Marc-Kevin Goellner und Patrik Kühnen in Düsseldorf 4:1 gegen Australien und holten den bislang letzten von drei deutschen Titeln.

Die Motivation: Die Gruppenspiele und das Viertelfinale gegen Großbritannien haben die Deutschen in Innsbruck bestritten. Nun sind sie nach Madrid umgezogen - und konnten sich vor dem Halbfinal-Härtetest auch mit dem Anblick der Davis-Cup-Trophäe, die im Caja Mágica direkt neben dem Centre Court steht, zusätzlich motivieren. «In Innsbruck haben wir den Pokal ja nur auf den Plakaten gesehen, hier haben wir ihn nun das erste Mal aus nächster Nähe anschauen können. Das macht schon noch etwas mit einem», sagte Kohlmann. «Wir sind jetzt hier, um das Ding zu holen.»

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