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München

Erstaunliches Verfolger-Duell: Bayerns Plan in Freiburg

In Freiburg wollen die Bayern Teil zwei ihres Neun-Punkte-Planes vor Weihnachten erfüllen. Der Respekt vor dem Überraschungsteam ist groß. Flick schwärmt von der Arbeit des Kollegen Streich und entwickelt eigene «Wenn-dann-Strategien» für eine längere Cheftrainer-Tätigkeit.
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FCB-Coach
Bayern-Trainer Hansi Flick sieht im Spiel in Freiburg eine schwere Aufgabe. Foto: Matthias Balk/dpa

Dieses Verfolgerduell in der Fußball-Bundesliga zur Adventszeit hatte vor Saisonbeginn wohl kein Fan auf dem Tippzettel.

Wie auch? Der langjährige Bundesliga-Dominator FC Bayern nach 15 Spieltagen nur auf Platz fünf direkt gefolgt vom kleinen SC Freiburg mit zwei Punkten Rückstand - das ist eine echte Überraschung vor dem Duell der so ungleichen Vereine an diesem Mittwoch (20.30 Uhr/Sky). Und die Münchner Fußball-Stars gehen die Aufgabe im Schwarzwald-Stadion mit einigem Respekt an. «Es wird ein toughes Spiel», sagte Trainer Hansi Flick voraus, also eine zähe Partie.

Nach dem 6:1 gegen Werder Bremen mit dem Erweckungserlebnis von Topstar Philippe Coutinho ist das Gefühl der Stärke und Souveränität bei den Bayern wieder halbwegs intakt. Aber der Wochenplan ist damit erst zu einem Drittel erfüllt, wie Kapitän Manuel Neuer mahnte: «Wir haben uns vor den letzten drei Spielen neun Punkte vorgenommen.»

Entsprechend soll erst in Freiburg und dann am Samstag gegen den VfL Wolfsburg nachgelegt werden. «Auswärts in Freiburg zu bestehen, ist nicht so leicht», erinnerte Neuer an zähe Spiele der Vergangenheit: «Wir wollen dominieren und unser Spiel spielen, wie wir es in der Vergangenheit schon gezeigt haben.»

Flick ist optimistisch, nachdem die Ladehemmung gegen Bremen überwunden wurde. «Man hat die Gier nach Toren wieder gemerkt», sagte der 54-Jährige. Hasan Salihamidzic übermittelte prompt aus München wieder Kampfansagen an die besser platzierten Titelkonkurrenten RB Leipzig, Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund. «Ich bin mir sicher, die Meisterschaft geht nur über Bayern München», sagte der Sportdirektor und versprach für 2020: «Wir greifen voll an.»

Und das weiter mit Flick als Cheftrainer? Auf diese Frage wollen die Bayern-Bosse erst nach dem letzten Hinrundenspiel gegen Wolfsburg eine Antwort geben. «Ich habe auch ganz klare Vorstellungen», äußerte vor der Reise in den Schwarzwald wiederum Flick. Er hat Spaß an der Chef-Rolle, aber auch eigene Pläne. Er beschäftigt sich gedanklich längst mit der Wintervorbereitung in Katar und möglichen Transfers. «Es gibt immer Wenn-dann-Strategien. Die muss man haben. Man macht sich schon Gedanken. Wir sind da mit Sicherheit nicht unvorbereitet», sagte er für den Fall der Fälle.

Der Fokus liegt aber auf der Gegenwart. «Freiburg spielt schon seit langer Zeit richtig guten Fußball. Es wundert nicht sehr, dass sie oben stehen», sagte Nationalspieler Serge Gnabry. Der Angreifer erwartet einen aufmüpfigen Gegner und eine spezielle Atmosphäre: «Das wird für uns kein einfaches Spiel. Das Stadion bebt dort immer.»

Auch für Flick sind der Gegner und das etwas kleinere Spielfeld speziell. «Es ist für viele Mannschaften nicht einfach, dort zu spielen. Das ist eine Mannschaft, die sehr kompakt agiert und viel Druck auf den Ball macht. Die Mannschaft steht zurecht da, wo sie steht», sagte er. Freiburgs Höhenflug ist für ihn vor allem das Werk seines Trainerkollegen Christian Sreich. «Was Christian da in den letzten Jahren geleistet hat, ist einfach phänomenal.»

Personell bleibt die Situation beim Rekordmeister angespannt. Leon Goretzka fällt mit muskulären Problemen aus. Und auch Corentin Tolisso ist in Freiburg nicht dabei. Wie der Verein am Dienstagabend twitterte, laboriert auch der französische Mittelfeldspieler an Problemen mit den Muskeln. Dafür kehrt Javi Martínez nach verbüßter Sperre gegen Bremen zurück. Nach Goretzkas Ausfall könnte Flick auch mal Künstler Coutinho und Thomas Müller gemeinsam aufstellen. «Da sehe ich überhaupt keinen Grund, das nicht zu machen, das nicht zu probieren. Beide haben die Qualität, nebeneinander zu spielen. Sie ergänzen sich auch gut», sagte Flick.