Zum 100. Jubiläum der Straßenrad-WM haben sich die Organisatoren des Weltverbandes UCI nicht umsonst die Region Flandern ausgesucht.

Die radsportverrückten Belgier werden heute (ab 10.20 Uhr/Eurosport) in Scharen an die Straßen pilgern und darauf hoffen, dass ihre Nation um Topfavorit Wout van Aert die Goldmedaille einfährt.

Die Deutsche Presse-Agentur schaut auf die großen Favoriten für das 267,7 Kilometer lange und anspruchsvolle Straßenrennen von Antwerpen nach Löwen.

Wout van Aert (Belgien): Dieser Mann kann eigentlich alles. Der 27-Jährige gewann in diesem Jahr innerhalb weniger Tour-Tage die Ventoux-Etappe, das Einzelzeitfahren und das Finale in Paris. WM-Gold auf der Straße fehlt ihm nach Rang zwei im letzten Jahr und zwei zweiten Rängen im Einzelzeitfahren noch. Jumbo-Visma-Teamkollege Tony Martin nennt van Aert «ein Ausnahmetalent».

Julian Alaphilippe (Frankreich): Der explosive Klassikerspezialist hat vor einem Jahr in Imola schon einmal bewiesen, wie sehr in solchen Rennen mit ihm zu rechnen ist. Frankreich stellt seine volle Mannschaft dafür ab, Alaphilippe zum nächsten Erfolg zu führen. Und der 29-Jährige wird alles tun, sein Regenbogentrikot zu verteidigen.

Mathieu van der Poel (Niederlande): Der 26-Jährige ist beim Cross und auf der Straße der Dauerrivale des Belgiers van Aert. Mit seinen Klassikersiegen in Flandern und beim Strade Bianchi hat der Niederländer bewiesen, dass er anspruchsvolle Eintagesrennen erfolgreich meistern kann.

Slowenisches Topduo: In Tour-de-France-Sieger Tadej Pogacar und Zeitfahr-Olympiasieger Primoz Roglic verfügt Slowenien wie gewohnt über ein starkes Team. Roglic könnte der giftige Kurs mit vielen Anstiegen entgegen kommen. Ob Pogacar nach einem harten Jahr 2021 noch die Power hat, bleibt abzuwarten. Beim flachen Zeitfahren nach Brügge konnte er es nicht mit der Weltspitze aufnehmen.

Deutsche Kandidaten: Nils Politt ist der Kapitän, Pascal Ackermann die zweite Option. Der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) geht mit einem aussichtsreichen Team in das Straßenrennen. Während Politt, der das erfolgreichste Jahr seiner Karriere absolviert, eher für einen alleinigen Antritt in Frage kommt, wäre Ackermann im Spurt einer größeren Gruppe ein gefährlicher Mann. Davor muss er sich aber durch das kräftezehrende Auf und Ab in Flandern quälen.

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