Udine

DFB-Nachwuchs erkämpft mit Remis EM-Halbfinale

Auf nach Tokio: Dank eines Remis im letzten EM-Vorrundenspiel gegen Österreich schafft Deutschlands U21 den Sprung ins EM-Halbfinale und bucht das Olympia-Ticket. Trotz eines Traumtores von Torjäger Waldschmidt muss der DFB-Nachwuchs lange ums Weiterkommen bangen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Deutschland - Österreich
Deutschlands Luca Waldschmidt (l) und Österreichs Stefan Posch (o) kämpfen um den Ball. Foto: Cezaro De Luca

Mit einem hart erkämpften Remis und etwas Glück haben Deutschlands U21-Fußballer ihr drittes EM-Halbfinale in Serie und das Ticket für Olympia 2020 perfekt gemacht. Die Auswahl von Trainer Stefan Kuntz holte in Udine in einer intensiven Partie ein 1:1 (1:1) gegen Österreich.

Der Punkt reichte dem DFB-Nachwuchs zum Gruppensieg. Mögliche Halbfinal-Gegner des Titelverteidigers sind nun am Donnerstag Gastgeber Italien, Frankreich oder Rumänien. Top-Torjäger Luca Waldschmidt hatte Deutschland vor 9100 Zuschauern mit einem Traumtor in Führung gebracht (14. Minute), der Augsburger Kevin Danso traf zum Ausgleich (24./Foulelfmeter). Nach zwei Siegen in den ersten beiden EM-Spielen musste die deutsche Mannschaft gegen den EM-Neuling lange um das Weiterkommen kämpfen. Österreich ist genauso ausgeschieden wie Dänemark, das 2:0 gegen Serbien gewann.

«Die Österreicher waren von Anfang an voll da und haben es uns schwer gemacht. Wir als Mannschaft fühlen uns gut. Das gibt uns Kraft und Energie für neue Aufgaben. Das macht einfach Spaß», sagte DFB-Torschütze Waldschmidt und Trainer Kuntz fügte hinzu: «Wir haben es aus eigener Kraft geschafft. Es war ein Schritt nach vorne. Es war ein kleiner, aber der war wahnsinnig schwer. Es geht auch darum, diese Widerstandsfähigkeit zu lernen. Ich bin zufrieden.»

Die Kuntz-Elf begann jedoch nicht so stark wie zuletzt gegen Serbien. Stattdessen war Österreich - selbst noch mit Chancen auf das Halbfinale und mit vier Bundesliga-Profis in der Startelf angetreten - in der Anfangsphase die aktivere Mannschaft.

Eine Minuten nach der ersten Großchance Österreichs, als Stürmer Sasa Kalajdzic den Ball vor dem Tor nur haarscharf verpasste, schlug aus dem Nichts Torjäger Waldschmidt wieder zu: Der fulminante Schuss des Freiburgers aus 25 Metern schlug unhaltbar im Torwinkel ein. Für den 23-Jährigen war es im dritten Spiel bereits das fünfte Turniertor.

Als Deutschland das Spiel gerade besser in den Griff bekam, gab es den dritten Foulelfmeter gegen die DFB-Auswahl in diesem Turnier. Torhüter Alexander Nübel kam nach einem Freistoß aus seinem Tor und fing den Ball - traf aber auch Kalajdzic mit dem Knie am Kopf. Danso verwandelte den Strafstoß, obwohl Nübel die richtige Ecke ahnte.

Die DFB-Elf hatte Probleme mit den bissig und diszipliniert auftretenden Österreichern. Nübel rettete seinem Team mit einem starken Reflex gegen einen Kopfball von Kalajdzic das Remis (34.). Ein Schuss des Bremers Marco Friedl flog nur um Zentimeter am Tor vorbei, ein Kopfball von Kalajdzic klatschte an den Pfosten - der DFB-Nachwuchs hatte Glück, nicht in Rückstand zu geraten.

Der deutsche Auftritt im dritten Gruppenspiel war alles andere als souverän. Nübel musste gegen Husein Balic, der frei vor dem deutschen Tor auftauchte, erneut das Remis retten (57.). Österreich störte immer wieder früh, weshalb das deutsche Team Probleme im Spielaufbau hatte. Offensiv kam die Mannschaft nur noch vereinzelt zu guten Situationen, rettete am Ende aber immerhin das 1:1 über die Zeit. Im Halbfinale wird Außenverteidiger Benjamin Henrichs aber fehlen, nachdem er die zweite Gelbe Karte sah.