Die Corona-Notsaison der Formel 1 endet an diesem Wochenende in Abu Dhabis Glitzerwelt. In den Vereinigten Arabischen Emiraten stehen beim Saisonfinale am 13. Dezember (14.10 Uhr/RTL und Sky) Abschiede und Neuanfänge im Mittelpunkt.

Worum geht es sportlich beim letzten Rennen noch?

Lewis Hamilton hat seinen siebten WM-Titel längst eingefahren, doch wer Vizeweltmeister wird, steht noch nicht fest. Der Finne Valtteri Bottas im zweiten Mercedes hat mit 205 Punkten die besten Chancen, aber auch der niederländische Red-Bull-Fahrer Max Verstappen (189) kann noch auf Rang zwei klettern. In der Konstrukteurswertung geht es hinter den Silberpfeilen (540) und Red Bull (282) um den vor allem finanziell wichtigen dritten Platz. Racing Point (194), McLaren (184) und Renault (172) streiten sich um den Sprung aufs Podest.

Ist Lewis Hamilton nach seiner Corona-Zwangspause wieder dabei?

Offen. Der Weltmeister war vor einer Woche zweimal positiv auf das Coronavirus getestet worden und hatte sich in Bahrain in Quarantäne begeben müssen. Er verpasste daher den vorletzten WM-Lauf in Sakhir, wo ihn Williams-Stammfahrer George Russell ersetzte. Am 8. Dezember hatte Hamilton angekündigt, am Wochenende wieder fahren zu wollen. Eine offizielle Freigabe dafür gibt es aber noch nicht. Möglich, dass eine Entscheidung erst sehr kurzfristig fällt.

Kann sich Sebastian Vettel mit einem Sieg von Ferrari verabschieden?

Wohl kaum. Der Heppenheimer sehnt am Schluss einer sportlich trüben Saison das Ende bei der Scuderia herbei. In seinem unterlegenen Auto hat er unter normalen Umständen keine Chance auf ein Top-Resultat. Auch nicht in Abu Dhabi, bei seinem 118. Ferrari-Einsatz. Nach sechs Jahren endet die Zeit bei den Italienern, ab 2021 fährt der viermalige Weltmeister für das neue Werksteam von Aston Martin. Der 33-Jährige schaffte im roten Renner 14 Siege, scheiterte aber daran, Idol Michael Schumacher nachzueifern und Weltmeister zu werden.

Was macht Mick Schumacher in Abu Dhabi?

Nach seinem Titelgewinn in der Formel 2 am vergangenen Wochenende beginnt für den 21-Jährigen bereits die Zukunft. Am Freitag darf er erstmals im Freien Training den Wagen von Haas steuern und feiert seine Premiere bei einem Formel-1-Wochenende auf der Strecke. Im kommenden Jahr wird der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher Stammfahrer beim US-Rennstall. «Ich werde alles aufsaugen, was ich kann und dieses Wochenende als Vorbereitung für das nehmen, was nächstes Jahr kommen wird», sagte Schumacher.

Wie wird die letzte Formel-1-Übertragung von RTL?

Nicht so, wie man das aus den vergangenen 30 Jahren gewohnt ist. Denn aufgrund der Corona-Situation wird das Team um den auch für seinen extravaganten Modegeschmack bekannten TV-Journalisten Kai Ebel aus der Ferne berichten. Es ist das Ende einer Ära, ab kommender Saison müssen die Fans bei Sky dafür zahlen, die Großen Preise zu sehen. Der Pay-TV-Sender Sky muss nur vier Rennen frei zugänglich machen. Sky hatte RTL nach einigen vergeblichen Anläufen beim Rechtepoker im Frühjahr überboten. RTL brachte es laut eigener Statistik auf 533 Rennübertragungen, addiert sahen insgesamt 3,14 Milliarden Zuschauer in den drei Jahrzehnten zu.

Wie streng sind die Corona-Regeln in Abu Dhabi?

Sehr streng. Eigentlich ist derzeit nach der Einreise eine 14-tägige Quarantäne notwendig. Für den Formel-1-Tross wurde jedoch eine Ausnahme gemacht und am Montag konnte gemeinsam kontrolliert aus dem nahen Bahrain in die Emirate eingereist werden. An der Rennstrecke und den benachbarten Hotels wurde eine eigene Biosphäre erschaffen, die nicht verlassen werden darf. Fans sind erneut nicht zugelassen.

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