Berlin

Bundesliga-Talk: Freunde, Mentalität und Präsidenten

Der FC Bayern München spielt beim kleinen SC Paderborn, RB Leipzig muss gegen Schalke 04 bestehen. Borussia Dortmund spielt in Bremen um den Sieg und gegen die Mentalitäts-Kritiker außerhalb des Clubs.
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Spitzenspiel
Am 6. Spieltag der Fußball-Bundesliga tritt der FC Schalke 04 bei RB Leipzig an. Foto: Bernd Thissen Foto: dpa

Tabellenführer RB Leipzig empfängt am Samstag zum Spitzenspiel des 6. Spieltages den Fünften FC Schalke 04.

Verfolger FC Bayern München hat beim SC Paderborn eine vermeintlich leichtere Aufgabe zu bewältigen. Borussia Dortmund muss gegen Werder Bremen beweisen, dass die Mentalitäts-Debatte zu Unrecht geführt wird.

GUTE FREUNDE: Adi Hütter reiste mit einem Lächeln nach Berlin. Der Trainer von Eintracht Frankfurt trifft im Spiel bei Aufsteiger Union am Freitagabend (20.30 Uhr/DAZN) auf zwei alte Freunde. Berlin-Trainer «Urs Fischer kenne ich gut aus der Schweiz. Er ist ein super Typ», sagte der Österreicher. «Und Co-Trainer Markus Hoffmann kenne ich noch viel besser. Er wohnt gefühlt einen Kilometer von meinem Zuhause entfernt. Wir sind befreundet.» Geschenke werden Hütter und sein Team aber eher nicht verteilen.

SPITZENSPIEL: Julian Nagelsmann bei RB Leipzig und David Wagner bei Schalke 04 sind erst seit wenigen Monaten im Amt und haben viel bewegt - am Samstag (15.30 Uhr/Sky) treffen der Spitzenreiter und der Tabellenfünfte im direkten Duell aufeinander. «Man merkt, dass Schalke viel arbeitet, deutlich aktiver bei gegnerischem Ballbesitz ist. Sie haben einen klaren Plan, einen sehr attraktiven und erfolgreichen Spielstil. Das ist typisch Dave Wagner, was man da sieht», sagte Nagelsmann.

MENTALITÄT: Bei Borussia Dortmund wurde die Woche von einer Mentalitäts-Debatte bestimmt, die Kapitän Marco Reus nach dem aus der Hand gegebenen Sieg bei Eintracht Frankfurt «auf die Eier» gegangen war. «Wir sind sehr früh in der Saison. Aber wenn ich die Berichterstattung verfolge, habe ich Gefühl, wir sind am Ende der Saison, haben alle Ziele verfehlt und eine Scheiß-Saison gespielt», wehrte sich BVB-Manager Michael Zorc. Sein Club habe weder ein Mentalitäts- noch ein Qualitätsproblem. Im Spiel gegen Werder Bremen am Samstagabend (18.30 Uhr/Sky) können Reus und seine Kollegen das beweisen.

DAVID GEGEN GOLIATH: Der kleine SC Paderborn, der als einziges Team der Liga in dieser Saison noch nicht gewonnen hat, empfängt am Samstag (15.30 Uhr/Sky) den großen FC Bayern München. «Die Tabellensituation ist bekannt. Die Schwere der Aufgabe ist klar. Aber es geht darum, drei Punkte zu holen», sagte Trainer Steffen Baumgart. Ein schlechtes Zeichen für den Aufsteiger: Die Münchner sind gut drauf, Bayern-Trainer Niko Kovac lobte am Donnerstag den positiven Teamgeist. «Wir nehmen das im Inner Circle auch wahr, die Stimmung ist gut», sagte er. Spannend bleibt, ob sich Bayern-Präsident Uli Hoeneß an seine eigenen Aussagen hält, sich mit Äußerungen rund um den DFB-Torwart-Streit zurückzuhalten.

PRÄSIDENT: Das Bundesliga-Wochenende wird Fritz Keller erstmals als gewählter Präsident des Deutschen Fußball-Bundes erleben - ob im oder in welchem Stadion, das ist noch nicht bekannt. Bislang hielt es der dann frühere Chef des SC Freiburg natürlich mit seinem Heimat-Club aus dem Breisgau, der am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) bei Fortuna Düsseldorf antritt. Als oberster DFB-Repräsentant dürfte der 62-Jährige fortan auch einer gewissen Neutralität verpflichtet sein.

KELLERDUELL: Zwar hat Hertha BSC am vergangenen Wochenende den befreienden ersten Saisonsieg gefeiert, noch hängen die Berliner aber im Tabellenkeller fest. Zum Abschluss des Spieltages am Sonntag (18.00 Uhr/Sky) beim ebenfalls schwach gestarteten 1. FC Köln kann sich die Hertha deshalb keine Niederlage leisten. «Man merkt, dass wir uns nicht auf dem Sieg ausruhen wollen. Wir wissen, in welchen Bereichen wir uns verbessern müssen», sagte der Berliner Trainer Ante Covic.