Antholz

Dahlmeier wird immer stärker - Peiffer läuft auf Rang sechs

Laura Dahlmeier ist wieder zurück auf dem Podium. Und kommt ihrer alten Form immer näher. Mit Platz zwei in Antholz holt sie ihr zweites Saison-Podium. Bei den Männern ist Dominator Johannes Thingnes Bö nicht zu schlagen. Arnd Peiffer wird bester Deutscher.
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Laura Dahlmeier
Laura Dahlmeier feiert ihren zweiten Platz in Antholz. Foto: Andrea Solero/ANSA/AP

Der 20. Weltcupsieg von Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier scheint nur eine Frage der Zeit zu sein.

Beim Biathlon-Weltcup in Antholz verpasste die 25-Jährige diesen nur knapp, sicherte sich in der Verfolgung den starken zweiten Platz und kommt damit ihrer Top-Verfassung immer näher. «Ich freue mich wahnsinnig über das Podium. Es war ein sehr, sehr gutes Rennen und ein weiterer Schritt nach vorne», sagte die siebenmalige Weltmeisterin, nachdem sie im Ziel freudestrahlend ihre Faust geballt hatte.

Dahlmeier, Olympiasiegerin von Pyeongchang, musste sich nach einem Fehler nur der Lokalmatadorin Dorothea Wierer um sechs Sekunden geschlagen geben. Dritte wurde Lisa Vittozzi (+ 16,2 Sekunden), die wie ihre italienische Teamkollegin zwei Fehler schoss.

Für Dahlmeier, die in dieser Saison mit massiven gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, war es das zweite Podium des Winters. Auch im abschließenden Massenstart am Sonntag (12.45 Uhr/ZDF und Eurosport) gehört die Partenkirchnerin nun zu den Top-Favoritinnen. Und könnte dort erstmals seit fast einem Jahr wieder ganz oben auf dem Podium stehen. Im Massenstart ist auch Arnd Peiffer ein Anwärter auf das Podest. Im Jagdrennen (15.30 Uhr) lief er als bester Deutscher auf Platz sechs. Seinen bereits elften Saisonerfolg holte sich der überragende Norweger Johannes Thingnes Bö.

Nachdem Dahlmeier am Donnerstag nach ihrem vierten Platz im Sprint noch völlig ausgepumpt im Zielraum liegen geblieben war und gestützt in die Umkleidekabine geleitet werden musste, war sie nun nahezu wieder die Alte. Auch weil sie tags zuvor ihre Ausdauereinheit in die Berge verlegt und an der Jägerscharte unweit des Staller Sattels im Tiefschnee ein paar Schwünge gemacht hatte. «Da geht mir das Herz auf, da ist das Grinsen groß», sagte die passionierte Bergsteigerin.

Nach zwei fehlerfreien Liegendeinlagen brauchte die Bayerin beim ersten Stehendanschlag etwas länger und setzte ihren letzten Schuss dann knapp links hoch daneben. Die Entscheidung fiel beim letzten Schießen: Wierer und Vittozzi mussten einmal in die Strafrunde, Dahlmeier traf alle fünf Scheiben, ging dabei aber erneut dosiertes Risiko. «Beim Schießen habe ich mir die eine oder andere Sekunde mehr geleistet, aber das war den Bedingungen geschuldet», analysierte Deutschlands Nummer eins.

So ging sie zeitgleich mit Vittozzi 7,7 Sekunden hinter der Weltcup-Gesamtführenden in die Schlussrunde. Wierer knackte sie zwar nicht mehr. Dafür setzte Dahlmeier kurz vor Schluss gegen Vittozzi die entscheidende Attacke. «Es war ein kleiner Sieg, die Lisa hinter mir zu lassen», sagte sie zufrieden. Für die anderen vier Deutschen reichte es wegen zu vielen Fehlern nicht für Top-Platzierungen. Als einzige lief noch Franziska Hildebrand als 18. in die Top 20.

Bei den Männern schaffte es ohne den fünfmaligen Antholz-Sieger Simon Schempp, der zu Hause trainiert, nur Peiffer in die Top 20. «Es war eine ganz ordentliche Leistung. Aber ich habe stehend bei dem Wind sehr lange gebraucht», sagte der Harzer, der nach zwei Strafrunden am Ende 56,7 Sekunden Rückstand auf Bö hatte.