Östersund

Dahlmeier greift mit Mixedstaffel in Östersund nach Gold

Der deutschen Mixedstaffel bietet sich bei der Biathlon-WM gleich im ersten Rennen eine Goldchance. Es wird in Östersund für das starke DSV-Team um Laura Dahlmeier nicht die einzige sein.
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Laura Dahlmeier
Deutschlands Topbiathletin: Laura Dahlmeier. Foto: Sven Hoppe

Mit der Mixedstaffel greift Laura Dahlmeier bei der Biathlon-WM zwar gleich zum Auftakt nach Gold, doch ihrer Form ist sich die Doppel-Olympiasiegerin noch immer nicht ganz sicher.

«Es ist nach wie vor so, dass nicht jeder Tag gut ist», sagte die 25-Jährige vor dem Start am Donnerstag (16.15 Uhr/ARD und Eurosport). Vor zwei Jahren brillierte Dahlmeier in Hochfilzen mit fünfmal Gold und einmal Silber, und auch in Schweden sind die Erwartungen enorm. Doch im starken deutschen Team gibt es in den Sprint-Experten Arnd Peiffer, Benedikt Doll und Denise Herrmann weitere Medaillenkandidaten. Die Titelverteidigung gleich zum Start würde einen kräftigen Schub geben.

«Ich möchte einfach das Beste aus mir rausholen und das Beste zeigen. Wenn das funktioniert, dann wäre ich glücklich», sagte Dahlmeier. Ihr Staffel-Einsatz kommt etwas überraschend, denn die Garmisch-Partenkirchnerin hatte im Saisonverlauf immer wieder gesundheitliche Probleme und musste notgedrungen viele Pausen einlegen. Die WM-Generalprobe in den USA hatte die 20-malige Weltcupsiegerin zuletzt bewusst ausgelassen und in der Heimat trainiert. «Das hat gut gepasst. Trotzdem muss man immer wieder individuell schauen», sagte Dahlmeier.

Im Team-Rennen geht sie nach Startläuferin Vanessa Hinz in die Loipe, danach folgen Sprint-Olympiasieger Peiffer und Weltmeister Doll. Der Schlussläufer rückt im Vergleich zum WM-Triumph 2017 für Simon Schempp ins Team. Der Schwabe fehlt aufgrund von Formschwäche und kann auch seinen Titel im Massenstart nicht verteidigen. Auch bei Dahlmeier sah es zwischenzeitlich so aus, als würde es für das Saison-Highlight eng werden. «Ich habe ein schweres Jahr gehabt. Es sind viele Höhen und Tiefen dabei gewesen», sagte die siebenmalige Weltmeisterin: «Wir schauen mal, was rauskommt.»

Bei der vergangenen Weltmeisterschaft war Deutschland mit sieben Goldmedaillen und einer Silbermedaille die überragende Nation gewesen. «Wir wollen diese WM bewusst nicht an der von Hochfilzen messen - wir wissen alle, dass die Erfolge von damals außergewöhnlich waren», sagte Björn Weisheit, Sportlicher Leiter Biathlon im Deutschen Skiverband. Allerdings könne man vor den zwölf Entscheidungen «selbstbewusst auftreten», gerade mit den Staffeln scheinen Medaillen wieder Pflicht zu sein. «Sie haben eine absolute Favoritenrolle. Bei der Konstanz der letzten Jahrzehnte kann man ja nur Positives vom deutschen Team erwarten», sagte Österreichs deutscher Nationaltrainer Ricco Groß.

Die Stimmung bei Dahlmeier und Co. ist jedenfalls hervorragend. Bundestrainer Mark Kirchner verteilte beim ersten Training lachend Gummibärchen an die Kollegen, die Athleten genossen trotz arktischer Kälte von etwa minus zehn Grad das traumhafte Winterwetter. «Das macht Spaß, hier zu laufen», sagte Dahlmeier, die gute Erinnerungen an Östersund hat. Vor zwei Jahren lief sie nach einem Sieg im Einzel erstmals ins Gelbe Trikot der Gesamtweltcup-Führenden. «Da wusste ich auch nicht, wo ich stehe. Ich hatte ein ganz gutes Gefühl und habe gewonnen», sagte Dahlmeier: «Das war schon etwas ganz Besonderes.»

Doch auch der Dopingskandal um die Nordische Ski-WM bewegt die Skijäger. «Wir waren alle brutal schockiert, das erschüttert die ganze Szene, auch uns», sagte Dahlmeier: «Aber wir können nur für uns sprechen, wir sind absolut sauber. Es ist auch kein persönlicher Bezug da. Der Arzt in Erfurt war mir gar nicht persönlich bekannt.»

Anzeichen für Razzien wie in der Vorwoche in Seefeld gibt es nicht. «Ich habe nicht mehr Informationen, als in der Öffentlichkeit bekannt sind», sagte Weltverbands-Präsident Olle Dahlin der Deutschen Presse-Agentur. Angst vor behördlichen Maßnahmen im Anti-Doping-Kampf habe er nicht. «Wenn hier etwas passiert, kann ich nur sagen, dass es gut ist, wenn verbotene Dinge ans Licht kommen», sagte Dahlin. Der IBU-Boss setzt auf die abschreckende Wirkung der Zugriffe in Seefeld - genau wie Schwedens deutscher Trainer Wolfgang Pichler. «Ich denke, hier ist kein guter Platz, um einen Dopingsünder zu finden. So dumm kann keiner sein», sagte der Ruhpoldinger.