Augsburg

Charaktercoach Schmidt soll Augsburg vor dem Abstieg retten

Nach dem eher ruhigen Manuel Baum hofft der FC Augsburg im Kampf um den Klassenverbleib auf Schweizer Energie. Martin Schmidt soll die Schwaben in den letzten sechs Spielen vor dem Abstieg bewahren. Den Vereinsbossen imponierte der 51-Jährige in den Gesprächen schnell.
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Martin Schmidt
Übernimmt beim FC Augsburg: Martin Schmidt. Foto: Swen Pförtner

Nach dem Rauswurf des Trainerteams um Manuel Baum setzt der FC Augsburg im Abstiegskampf auf den Schweizer Martin Schmidt und einen Mix aus Erfahrung und Feuer.

«Mir ist insbesondere die Energiegeladenheit aufgefallen, das war imponierend», sagte Vereinspräsident Klaus Hofmann über sein Treffen mit dem 51-Jährigen. «Ich glaube, das können wir in der jetzigen Phase, gerade nach den Negativerlebnissen der letzten beiden Bundesligaspiele, sehr gut gebrauchen. Ich freu mich auf ihn.» Nach den jüngsten Pleiten, vor allem dem 0:3 in Nürnberg und dem 0:4 gegen Hoffenheim, soll Schmidt die verunsicherten Fußballer wieder auf Kurs Klassenverbleib halten.

Der Eidgenosse war vom Februar 2015 bis zum Saisonende im Frühjahr 2017 Chefcoach in Mainz. In der darauffolgenden Saison trainierte er 19 Bundesligaspiele lang den VfL Wolfsburg, ehe er selbst zurücktrat.

Damals meinte er, die Mannschaft nicht mehr zu erreichen. Jetzt setzt Augsburg auf den Charaktercoach aus der Schweiz. «Er verkörpert für mich die Werte, die wir beim FC Augsburg hochhalten», sagte Manager Stefan Reuter am Dienstag. «Seine Mannschaften spielen den Fußball, den wir hier gerne sehen, athletisch und leidenschaftlich.»

Mit der Devise soll in den letzten sechs Saisonspielen der Vorsprung des derzeitigen Tabellen-15. auf die Abstiegszone gehalten werden. Vier Punkte trennen die Fuggerstädter vom VfB Stuttgart auf Rang 16, nach dem Gastspiel in Frankfurt am Sonntag (18.00 Uhr) kommt es sechs Tage später zum direkten Duell der zwei schwäbischen Teams.

«Er hat uns schnell den Eindruck vermittelt, dass er der Mannschaft richtig Energie übertragen kann und weiß, wie man vorangeht in so einer Situation», sagte Reuter. Baum hatte keine Konstanz ins Team gebracht. Nach guten Partien gegen Dortmund (2:1) und Leipzig (0:0) sorgten die Pleiten gegen Nürnberg und Hoffenheim für Ernüchterung.

Die Mannschaft zeigte bei den herben Niederlagen große Schwächen, einige Spieler beklagten sich danach über verwirrende Taktiken. Der neue Coach soll das Team wieder motivieren. «Sie haben signalisiert, dass sie sich freuen auf die nächsten Spiele und mit Begeisterung, Leidenschaft und Euphorie dabei sind, das Ziel zu erreichen», berichtete Reuter von Gesprächen mit Spielern des Mannschaftsrats.

Schmidt wird am Mittwoch um 11.00 Uhr sein erstes Training beim FCA leiten und um 13.30 Uhr auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Er bringt seinen Co-Trainer aus Wolfsburger Tagen, Stefan Sartori, mit zum FCA. Die beiden kennen sich bereits aus gemeinsamen Zeiten im Nachwuchsbereich des FSV Mainz 05. Neben Baum hatte Augsburg auch den erst im Januar verpflichteten Co-Trainer Jens Lehmann freigestellt.