Noch ist Hertha BSC der einzige Fußball-Bundesligist, der in der ersten Runde des DFB-Pokals gescheitert ist. Am Samstag und Sonntag setzten sich die Clubs der Beletage mehr oder weniger souverän gegen ihre unterklassigen Gegner durch.

Heute wollen Borussia Dortmund und Bundesliga-Aufsteiger Arminia Bielefeld unbedingt vermeiden, sich zur Berliner Hertha zu gesellen. Das Spiel des Drittligisten Dynamo Dresden gegen den Zweitligisten HSV wird das zuschauerstärkste in der ersten Runde.

Dynamo Dresden - Hamburger SV (18.30 Uhr)

AUSGANGSLAGE: Nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga hat es bei Dynamo einen Umbruch gegeben. 20 Spieler gingen, 13 kamen. Trainer Markus Kauczinski muss eine harmonische Truppe zusammenbauen. Beim HSV gibt Trainer Daniel Thioune sein Pflichtspiel-Debüt. Mit ihm soll nach zwei vergeblichen Anläufen nun die Rückkehr ins Oberhaus gelingen.

BESONDERES: Dynamos neuer Sportdirektor Ralf Becker sitzt erstmals seit 16 Monaten wieder in einer Funktion im Stadion. Bis Mai 2019 war er HSV-Sportvorstand. In Toni Leistner kommt ein waschechter Dresdner, der bei Dynamo ausgebildet wurde, mit im HSV-Trikot. Noch wichtiger: Das Rudolf-Harbig-Stadion ist mit mehr als 10.000 Zuschauern besetzt. Das verspricht etwas Pokal-Atmosphäre.

STOLPERPOTENZIAL: mittel

Rot-Weiss Essen - Arminia Bielefeld (18.30 Uhr)

AUSGANGSLAGE: Die Arminia ist als Neu-Bundesligist klarer Favorit bei dem Regionalligisten mit der großen Vergangenheit. Für Trainer Uwe Neuhaus wäre ein Sieg auch im Hinblick auf den Bundesliga-Start wichtig. «Das wäre für die Stimmung natürlich positiv», meinte der Arminen-Coach, der noch nach der richtigen Mischung sucht. Auch die Neuzugänge sind noch nicht integriert.

BESONDERES: Für Neuhaus ist das Match eine Begegnung mit der eigenen Vergangenheit. Der 60-Jährige wurde in Hattingen in der Nähe von Essen geboren. Sowohl als Spieler als auch als Trainer war er bei RWE beschäftigt.

STOLPERPOTENZIAL: gering

MSV Duisburg - Borussia Dortmund (20.45 Uhr) dsds

AUSGANGSLAGE: Der BVB will diesmal den Pokal gewinnen. Das erklärte Trainer Lucien Favre nach zweimaligem Scheitern zuletzt jeweils im Achtelfinale zum Ziel. Aber die Dortmunder hatten in der Vergangenheit oft Mentalitätsprobleme in Spielen, in denen sie klarer Favorit waren. Der MSV verpasste die Zweitliga-Rückkehr nur knapp und hat in Torsten Lieberknecht einen Trainer, der ein Team wie kein Zweiter für nur ein Spiel motivieren kann.

BESONDERES: Die Pflichtspiel-Rückkehr von Marco Reus steht bevor. Der BVB-Kapitän verletzte sich Anfang Februar beim Pokal-Aus in Bremen und fiel seitdem mit einer hartnäckigen Adduktorenverletzung aus. Zumindest einen Kurz-Einsatz als Einwechselspieler wird es wohl geben.

STOLPERPOTENZIAL: Nicht zu unterschätzen.

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