Rekordweltmeister China hat es mit Südkorea zu tun. Die Damen des Deutschen Tischtennis-Bundes (DTTB) verpassten hingegen am Abend das Halbfinale. In einer hochdramatischen und hochklassigen Partie unterlag die Auswahl von Bundestrainerin Jie Schöpp trotz einer 2:0-Führung mit 2:3 gegen Weltmeister Singapur. Damit bleibt der WM-Dritte von 2010 diesmal ohne Medaille.

Für die DTTB-Herren nimmt nach dem Schweden-Happen das erhoffte Finale gegen China immer mehr Konturen an. Die vierte Endspiel-Teilnahme nach 1969, 2004 und 2010 ist das große Ziel für die ambitionierte Auswahl von Bundestrainer Jörg Roßkopf. Die Europameister müssen aber zuvor in der Neuauflage des Olympia-Halbfinales von Peking gegen Japan auf der Hut sein. «Wenn wir gegen Japan nicht gewinnen, sind wir nicht zufrieden. Wir werden kämpfen und brauchen jeden Menschen in der Halle», sagte der WM-Dritte Boll.

Der Tischtennis-Klassiker gegen Schweden hatte am drittletzten WM-Tag immerhin 9500 Fans in die Westfalenhalle gelockt. «Keine Experimente», lautete das Motto von Roßkopf bei der Wiederholung des EM-Endspiels von 2011. Der frühere Doppel-Weltmeister nominierte in Dimitrij Ovtcharov, Timo Boll und Patrick Baum exakt jenes Trio, das die Skandinavier um Altmeister Jörgen Persson (45) vorigen Oktober in Danzig mit 3:0 besiegt hatte.

Der fünfmalige Weltmeister aus Nordeuropa war dem WM-Gastgeber erneut klar unterlegen. Europa-Top-12-Sieger Ovtcharov (Orenburg) spielte wie gewohnt mit großer Aggressivität und bezwang den 22 Jahre älteren Jörgen Persson (45) verdient mit 11:5, 13:11, 11:6. Nach der Führung erhöhten der Weltranglisten-Sechste Boll und sein Düsseldorfer Clubkollege Patrick Baum auf 3:0. Nur Boll gab einen Satz ab. «Gegen Japan müssen wir eine Schippe drauf legen», sagte Roßkopf. Beim Olympia-Krimi 2008 siegte das DTTB-Trio mit 3:2.

Die DTTB-Damen zeigten bei der Neuauflage des WM-Halbfinales von 2010 gegen Singapur eine Weltklasse-Leistung. Die EM-Zweite Irene Ivancan setzte den Titelverteidiger durch einen Drei-Satz-Sieg über die Weltranglisten-Fünfte Feng Tianwei unter Druck. Die Tollhaus-Kulisse beeindruckte auch die Weltranglisten-Achte Wang Yuegu. Sie wurde von der deutschen Meisterin Wu förmlich überrollt. Doch nach der knappen Niederlage von Kristin Silbereisen drehte der Titelverteidiger die Partie und gewann die beiden letzten Einzel.

«Wir waren mit dem Weltmeister auf Augenhöhe», lobte Sportdirektor Dirk Schimmelpfennig den couragierten Auftritt. In der Platzierungsrunde müssen die DTTB-Frauen nun erneut gegen Japan antreten. Singapur spielt im Halbfinale gegen Südkorea, China und Hongkong bestreiten das zweite Vorschlussrundenmatch.