Die Barça-Fans protestieren, sein neuer Chef will nun doch um ihn kämpfen - und bei Manchester City fangen sie an zu träumen: Lionel Messi versetzt Europas Fußballclubs in Aufregung.

Steht der argentinische Superstar tatsächlich vor einem Wechsel zum englischen Vizemeister? Von dem Moment an, als Messi den Barça-Bossen seine Wechselabsichten mitgeteilt hat, galt Man City als Topkandidat.

Und so werden schon kleinste Details als Indiz für eine spektakuläre Wiedervereinigung des 33-Jährigen mit seinem früheren Coach Pep Guardiola in Manchester gewertet. City-Stürmer und Messi-Kumpel Sergio Agüero (Spitzname: Kun) änderte am Mittwoch seinen Instagram-Namen von @kunaguero10 auf @kunaguero.

Für die englischen Fans liegt der Grund auf der Hand: weil Agüeros langjährige Rückennummer 10 bei Man City in Zukunft Messi gehört. Was noch vor kurzer Zeit wie eine alberne Fan-Fantasie klang, scheint nämlich auf einmal möglich. Nie standen die Chancen für eine Verpflichtung des sechsmaligen Weltfußballers so gut.

Der spanische Radiosender RAC1 vermeldete, Messis Vater Jorge verhandle schon mit Man City. Den Kontakt habe der City-Chef und frühere Barça-Vizepräsident Ferran Soriano hergestellt. Berichte, wonach Jorge Messi nach England gereist sei, ließen sich zunächst nicht bestätigen. Die Entscheidung für Man City traf Messi laut der renommierten argentinischen Zeitung «La Nación» mit seiner Familie. Das Blatt berief sich auf eine Person, die ihm nahestehen soll.

Auch andere Topclubs sind an dem Superstar interessiert. So wurde über Paris Saint-Germain, Inter Mailand und sogar Manchester United spekuliert. Aus Frankreich hieß es jedoch, ein Transfer sei «unmöglich», wie die «L'Équipe» am Donnerstag berichtete. Das von Scheichs aus Abu Dhabi alimentierte Man City gilt als Favorit. An den Gehaltsvorstellungen des Argentiniers dürfte es nicht scheitern.

Mit dem Transfer von Messi wäre Manchester City die weltweite Aufmerksamkeit sicher. Der Ruf des Vereins, dem es trotz seines Starensembles und vieler nationaler Erfolge immer noch an internationalem Glamour mangelt, würde schlagartig steigen. Und der Name Messi dürfte zu Rekordverkäufen von Trikots und anderem Merchandise führen.

Laut «La Nación» wäre ein 3+2-Vertrag denkbar. Demnach würde Lionel Messi für drei Jahre in Manchester unterschreiben. Danach würde er noch zwei Jahre in der amerikanischen MLS für den New York City FC spielen, der ebenfalls zur Inhabergesellschaft City Football Group gehört. Nach Informationen der Online-Portale «Goal» und «Spox» soll Guardiola schon mit Messi telefoniert haben, bevor der seinen Transferwunsch verkündete. Zusammen gewannen die beiden 2009 und 2011 mit Barça die Champions League, die bei den Man-City-Bossen - und auch bei Starcoach Guardiola - ganz oben auf der Wunschliste steht.

Noch hat Barça seinen Superstar allerdings nicht aufgegeben. Der neue Coach Ronald Koeman will laut Medienberichten jetzt noch einmal versuchen, Messi von einem Verbleib im Camp Nou zu überzeugen. Und der umstrittene Präsident Josep Bartomeu soll nach Medienberichten seinen Rücktritt angeboten, falls Messi bleibt.

Wohin Messi wohl auf keinen Fall wechseln wird, machte Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge indes deutlich. «Wir können einen Spieler dieser Größenordnung nicht bezahlen. Das ist nicht Teil unserer Politik und Philosophie», sagte der 64-Jährige der italienischen Zeitung «Tuttosport».

Abgesehen davon sehe er die angekündigte Trennung ohnehin mit gemischten Gefühlen. «Ehrlich gesagt, zu hören, dass Messi Barcelona verlassen könnte, macht mich auch ein wenig traurig. Leo hat die Geschichte des Clubs mitgeschrieben, und meiner Meinung nach sollte er seine Karriere in Blaurot beenden», sagte Rummenigge.

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