Die beiden Fußball-Legenden verbindet eine ereignisreiche gemeinsame Vergangenheit - unter anderem war Beckenbauer 1986 und 1990 Teamchef der deutschen Nationalmannschaft in den WM-Endspielen gegen Argentinien mit Maradona. Der Weltstar starb am Mittwoch im Alter von nur 60 Jahren, Medienberichten zufolge an einem Herzinfarkt.

«Wir haben mit Cosmos New York jedes Jahr eine Südamerikareise gemacht», sagte Beckenbauer über die erste Begegnung. «1978 nach der Weltmeisterschaft haben wir gegen die argentinische U21 gespielt. Gegen Maradona, da habe ich ihn zum ersten Mal gesehen. Ich habe gesagt: Das ist kein Fußballer, das ist ein Künstler! Ein Tänzer!» Das habe er «überhaupt noch nicht gesehen. Er war ein Genie der damaligen Zeit - in den 70er und 80er Jahren der beste Fußballer der Welt!»

Das Endspiel 1986 in Mexiko-Stadt entschied Argentinien mit einem bei der WM überragenden Maradona für sich. «Maradona war der Spielmacher, der die Weltmeisterschaft für Argentinien alleine entschieden hat», sagte Beckenbauer. Vier Jahre später in Rom triumphierte die deutsche Auswahl. «1990 war ja auch Maradona schon fast 30, da war er nicht mehr so wirkungsvoll wie vier Jahre vorher», sagte Beckenbauer.

Auch bei späteren Treffen sei der Argentinier immer einer gewesen, «der auf einen zukam und dir die Hand gab - da konnten sich die Europäer was abschneiden», sagte der «Kaiser». «Immer freundlich, immer nett, eine wirkliche Persönlichkeit.» Zu Maradonas großen Fehltritten abseits des Fußballs äußerte Beckenbauer: «Er hatte Probleme, die konnte er ja nicht verbergen. Aber so, wie ich ihn kennengelernt und erlebt habe - Respekt und alle Achtung.»

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