Meister Brose Baskets hat den nächsten Rückschlag im Playoff-Viertelfinale der Basketball Bundesliga nur mit Mühe vermieden, Titelfavorit FC Bayern kassierte hingegen die erste Pleite.

Die Münchner verloren durch einen Treffer von Coby Karl mit der Schlusssirene bei Außenseiter MHP Riesen Ludwigsburg mit 83:85 und mussten in der Best-of-Five-Serie das 1:1 hinnehmen. Die Bamberger gewannen mit 80:72 bei den Artland Dragons und glichen ihrerseits aus. Dabei lagen die Quakenbrücker lange vorne, brachen jedoch im Schlussviertel ein. Pokalsieger ALBA Berlin schaffte bei ratiopharm Ulm mit 90:89 den zweiten Sieg und steht vor dem Weiterkommen. Den Telekom Baskets Bonn gelang mit dem 72:61 über die EWE Baskets Oldenburg der Ausgleich.

In Ludwigsburg wurde der Sohn von Trainer-Legende George Karl zum gefeierten Helden. In der letzten Sekunde sorgte der 30-Jährige für den überraschenden Sieg gegen das beste Team der regulären Saison. Karl erzielte wie Michael Stockton, Sprössling des früheren NBA-Stars John Stockton, 20 Zähler. Bei Bayern kam Nihad Djedovic auf 23 Zähler. Das dritte Spiel der Serie findet am Donnerstag in München statt.

Ludwigsburg startete stark, lag schnell mit 16:8 vorne. Vor allem bei den Rebounds dominierte der Außenseiter und überzeugte mit starker Defensive. Kurz vor der Pause musste Bayerns Paul Zipser verletzt vom Parkett.

Anfang des dritten Viertels lag das Heim-Team von Trainer John Patrick sogar mit 18 Zählern vorne, doch danach wachten die Bayern auf. Vor allem Boris Savovic (elf Punkte) führte die Münchner in dieser Phase wieder heran, sechs Minuten vor Ende lag der Favorit erstmals vorn. Doch Ludwigsburg zeigte Nervenstärke, Karl wurde zum gefeierten Helden. «Es ist großartig, ich liebe diese Jungs, wir haben so hart gekämpft», sagte er bei Sport1. Auch Bayern-Coach Svetislav Pesic konstatierte, dass Ludwigsburg die Partie «alles in allem verdient gewonnen» habe.

In Quakenbrück sah es lange nach dem 2:0 für Artland und damit einer weiteren Verschärfung der Situation für den fränkischen Serienchampion aus. Doch mit nur fünf Punkten im Schlussabschnitt brachten sich die Dragons selbst um den Erfolg. Bester Werfer für Bamberg war Anton Gavel mit 23 Punkten.

ALBA behielt am Ende einer ganz engen Partie dank der Nervenstärke von Clifford Hammonds an der Freiwurflinie die Oberhand. Bei den Berlinern ragte Levon Kendall mit 23 Zählern heraus.