In einem unter anderem an Japans Ministerpräsidenten Yoshihide Suga gerichteten Brief fordern die rund 6000 Mediziner die Verantwortlichen auf, das Internationale Olympische Komitee (IOC) davon zu überzeugen, dass die Ausrichtung der Spiele schwierig sei und sie abgesagt werden sollten. Trotz des inzwischen dritten Notstands für die Olympia-Stadt seien die Krankenhäuser nahezu ausgelastet und hätten keine Kapazitäten mehr.

«Wir halten es für die richtige Wahl, ein Ereignis abzusagen, das die Anzahl der Infektionen und Todesfälle erhöhen könnte», heißt es in dem Brief an Suga, Olympia-Ministerin Tamayo Marukawa, Tokios Gouverneurin Yuriko Koike und Organisationschefin Seiko Hashimoto. Der Ärzte-Verband reiht sich damit ein in eine wachsende Zahl von Stimmen, die eine Absage der Spiele fordern. Japan kämpft inzwischen gegen eine vierte Corona-Welle, obwohl die Regierung zum nun wiederholten Male den Notstand für Tokio und weitere Regionen verlängert hat. Er gilt vorläufig noch bis zum Ende dieses Monats.

Die Japaner klagen außerdem über ein extrem langsames Fortschreiten der Impfkampagne. Seit Mitte Februar wurde erst knapp ein Prozent der etwa 125 Millionen zählenden Bevölkerung vollständig geimpft.

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