Paris

Ashleigh Barty gewinnt French Open

Für fast zwei Jahre hatte Ashleigh Barty eine Auszeit vom Tennis genommen und Kricket gespielt. 2016 kehrte die Australierin auf die Tour zurück - in Paris gelingt ihr der erste ganz große Titel.
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Trophäe
Ashleigh Barty hält den Pokal für den Gewinn ihres ersten Grand-Slam-Titels hoch. Foto: Christophe Ena/AP
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Drei Jahre nach ihrer Rückkehr auf die Tennis-Tour hat die Australierin Ashleigh Barty die French Open gewonnen und ihren ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier gefeiert.

Die 23-Jährige setzte sich im Endspiel von Paris gegen die 19 Jahre alte Tschechin Marketa Vondrousova mit 6:1, 6:3 durch. Barty ist die erste australische Siegerin in Paris seit Margaret Court 1973. In der Weltrangliste wird sie sich von Platz acht auf Rang zwei verbessern.

Die letzte Australierin mit dieser Ranglisten-Position war Evonne Goolagong Cawley im Dezember 1976. «Ich bin ein bisschen sprachlos. Ich habe ein perfektes Match gespielt, ich bin unglaublich stolz auf das, was ich erreicht habe. Das waren unglaubliche zwei Wochen», sagte Barty nach ihrem dritten Sieg im dritten Duell mit Vondrousova.

«Eine neue Königin in Paris» hatte das tägliche Turniermagazin auf der Titelseite angekündigt - denn keine der Finalistinnen hatte je auf einer der vier ganz großen Bühnen triumphiert, keine je im Endspiel von Australian Open, French Open, Wimbledon oder US Open gestanden. Barty kam mit der Situation augenscheinlich besser zurecht. Weil das zweite Herren-Halbfinale zwischen Novak Djokovic und Dominic Thiem (das der Österreicher in fünf Sätzen gewann) am Vortag abgebrochen und am Samstag vor dem Damen-Endspiel fortgesetzt wurde, waren Barty und Vondrousova zum Warten gezwungen - zumal dann auch noch eine einstündige Regenunterbrechung dazu kam.

Barty ließ der überforderten Vondrousova kaum eine Chance und gewann verdient und souverän. Sie war die einzige Top-Ten-Spielerin im Halbfinale, nachdem Naomi Osaka (Japan/1.), Karolina Pliskova (Tschechien/2.), Simona Halep (Rumänien/3.), Kiki Bertens (Niederlande/4.), Angelique Kerber (Kiel/5.), Petra Kvitova (Tschechien/6.), Sloane Stephens (USA/7.), Jelina Switolina (Ukraine/9.) und Serena Williams (USA/10.) vorher gescheitert waren.

«Ich bin ja Barty-Fan, die hat einfach alles, um gegen jede Spielerin gewinnen zu können», hatte die langjährige deutsche Fed-Cup-Chefin und Eurosport-Expertin Barbara Rittner gesagt, als die nur 1,66 Meter große Australierin in der dritten Runde Andrea Petkovic als letzte deutsche Spielerin aus dem Turnier geworfen hatte.

Nach den US Open 2014 hatte die Junioren-Siegerin von Wimbledon 2011 eine Auszeit vom Tennis genommen, weil ihr die Strapazen zu viel waren und ihr der Sport keinen Spaß mehr machte. Barty spielte unter anderem Kricket bei den Brisbane Heat, ehe sie 2016 ihr Comeback auf der WTA-Tour gab. Sie kämpfte sich von Platz 271 der Weltrangliste zurück in die Weltspitze, gewann in diesem Jahr in Miami das vierte Turnier ihrer Karriere - und jetzt ihr mit Abstand bedeutendstes.