Im verflixten siebten Jahr krönten sie ihre Zusammenarbeit. Freundin Sandra, die mit großer Fangemeinde nach Belgrad gereist war, jubelte auf der Tribüne. Präsident Manfred Werner vom Deutschen Ringer-Bund (DRB) sprach von einer «Sensation, die für den deutschen Ringkampfsport sehr wichtig war. Damit hat er seinen fünften Platz von der WM 2011 in Istanbul noch einmal unterstrichen.»

Der 22 Jahre alte Stäbler vom TSV Musberg, der als einziger DRB-Athlet bislang das Olympia-Ticket in der Tasche hat, landete mit dem ersten EM-Titel seit 18 Jahren einen Befreiungsschlag für die deutschen Ringer. Der 1,73 Meter große Greco-Spezialist im Limit bis 66 Kilogramm zeigte ein Löwenherz auf der Matte. Getreu seinem Leitspruch: «Überzeuge nicht durch Worte, überzeuge durch Taten.» «Frank hat ein starkes Turnier gerungen, sich an alle taktischen Vorgaben gehalten», lobte Trainer Zamanduridis nach dem klaren 4:0-Sieg im Finale über den Rumänen Georgian Carpen.

Zamanduridis ist der «Schattenmann» von Stäbler, er gilt als Erfolgsgarant. 2005 begann die Zusammenarbeit, bei der EM der Kadetten wurde Stäbler auf Anhieb Siebter. Zamanduridis war damals noch Co-Trainer von Maik Bullmann. Ein Jahr später gewann Stäbler mit EM-Bronze bei den Kadetten seine erste internationale Medaille - schon damals lagen sich beide glücklich in den Armen.

Danach wurde es etwas ruhiger um Stäbler, erst 2009 startete er mit EM- und WM-Bronze bei den Junioren wieder durch - dank Zamanduridis, der im November 2011 das Bundestraineramt von Bullmann übernahm. Damit konnte er seine glänzende Nachwuchs-Arbeit bei den Männern fortführen. Und in London 2012 will er mit Stäbler noch einmal nachlegen: «Dieser EM-Titel wird ihm unglaublich viel Selbstbewusstsein im Hinblick auf Olympia geben», sagte Zamanduridis.