Auch nach seinem 60. Weltcupsieg hat Francesco Friedrich Lust auf mehr. Die Marke des norwegischen Biathleten Ole Einar Björndalen mit 94 Erfolgen ist das Ziel des Bobpiloten.

«Ich habe das mal durchgerechnet, ich müsste pro Saison neuneinhalb Siege einfahren, dann könnte ich es bis Cortina 2026 schaffen», sagte der Doppel-Olympiasieger vom BSC Oberbärenburg, der bei den Rennen in Winterberg gleich zwei Erfolge in zwei Tagen verbuchte.

Erst wehrte er am Samstag den Angriff von Johannes Lochner um fünf Hundertstel ab, in dem er von Rang drei auf eins fuhr. Dann änderte er etwas an der Material-Einstellung und fuhr am Sonntag mit 0,30 Sekunden einen größeren Vorsprung heraus. Mit seinem Team Thorsten Margis (SV Halle), Candy Bauer (BSC Oberbärenburg) und Alexander Schüller (SV Halle) setzte er sich vor dem Briten Brad Hall durch. Dritter wurde der Österreicher Benjamin Maier. «Wir sind größeres Risiko heute gegangen und wurden belohnt», sagte Friedrich, der zudem seinen 22. Sieg in Serie einfuhr.

Der für Stuttgart fahrende Berchtesgadener Johannes Lochner kam nach Platz zwei zuvor diesmal auf Rang fünf. Christoph Hafer vom BC Bad Feilnbach landete nach Rang vier im ersten Rennen auf Platz acht. «Wenn ich wüsste, was er anders macht, dann würde ich es auch so machen», meinte Lochner.

Nolte mit Heimsieg - Podium für Jamanka

Bei den Frauen holte Laura Nolte auf ihrer Heimbahn den dritten Saisonsieg im Zweierbob. Nachdem es am Vortag im Monobob nur für den vierten Platz reichte, raste sie am Sonntag beim deutschen Dreifacherfolg mit Anschieberin Deborah Levi zum Weltcupsieg. Zweierbob-Olympiasiegerin Mariama Jamanka vom BRC Thüringen kam mit Deutschlands schnellster Sprinterin, Alexandra Burghardt aus Burghausen, auf Rang zwei. Sie verbuchte neben ihrer Olympia-Qualifikation den ersten Podestplatz in diesem Winter. Die Wiesbadenerin Kim Kalicki landete mit Leonie Fiebig auf Platz drei.

«Für mich war es supercool, erster Podestplatz im Weltcup, ich bin superhappy, dass Mariama mich mitnimmt. Ich bin superfroh mit der Entwicklung. Da ist noch viel Potenzial am Start, doch die Startzeiten heute waren okay», sagte Burghardt und betonte: «Es ist ja nicht nur Anschieben, sondern es gibt auch drumherum enorm viel zu tun.» Jamanka ärgerte sich ein wenig über die nicht ganz fehlerfreien Fahrten, meinte aber: «Es geht in die richtige Richtung».

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