Nach dem famosen Abend aber war dem kroatischen Vizeweltmeister nicht nur zum Feiern zumute. Es knirscht intern zwischen Perisic und den Inter-Bossen, wie der Routinier nach dem 4:2 überraschend verriet. Ein Verbleib beim Meister der vorigen Saison scheint nicht sicher.

Der Vertrag des 33-Jährigen läuft Ende Juni aus - Sportchef Giuseppe Marotta sagte vor dem Pokalfinale, dass er an eine Verlängerung glaube. Darauf angesprochen aber giftete Perisic nach dem Spiel: «So geht man nicht mit wichtigen Spielern um, man wartet nicht bis zum letzten Moment. Auch das gehört zur Wahrheit, das sollt ihr wissen.»

Zu wenig Wertschätzung?

Offenbar fühlt sich der Angreifer, der in Deutschland für Borussia Dortmund, den VfL Wolfsburg und Bayern München aufgelaufen war, nicht wertgeschätzt. Bei Inter stehen zumeist Stürmer wie Lautaro Martinez im Fokus, zuletzt wurde auch über ein großes Interesse an Juve-Profi Paulo Dybala spekuliert. Dabei war der so talentierte Argentinier im Endspiel anders als Perisic weitgehend blass geblieben.

Der Kroate zeigte einmal mehr, wozu er in der Lage ist. Während einige jüngere Spieler mit zunehmender Spieldauer immer mehr schwächelten, drehte Perisic in der Verlängerung erst richtig auf. Zunächst verwandelte er einen Foulelfmeter zum 3:2, dann sorgte er mit einem entschlossenen Weitschuss für den Endstand.

«Ich fühle mich als Anführer hier», sagte Perisic, «und wenn die Mannschaft so stark ist, dann ist das auch einfacher.» Nun will er mit Inter in den letzten beiden Spieltagen doch noch Meister werden und den Titel verteidigen. «Wir müssen gewinnen und dann abwarten. Aber wir glauben immer daran.» Die Schwarz-Blauen liegen in der Tabelle der Serie A zwei Punkte hinter dem Stadtrivalen AC Mailand.