Erneut hat Robert Lewandowski (33) gegen den FC Bayern München verbal geschossen und seinen Wechselwunsch bekräftigt. In einem Podcast des polnischen Anbieters "OnetSport" forciert der Weltfußballer seinen Transfer mit den Worten: "Ich will mehr Emotionen in meinem Leben." Der Pole macht damit noch einmal unmissverständlich deutlich, dass etwas in der Beziehung zwischen ihm und dem Verein verloren gegangen und das Kapitel FC Bayern München für ihn beendet ist. "Etwas in mir ist erloschen. Und es ist unmöglich, darüber hinwegzusehen. Selbst wenn du professionell sein willst, kannst du es nicht wiedergutmachen." 

Der Kapitän der polnischen Nationalmannschaft geht nicht davon aus, dass der deutsche Rekordmeister ihn bei seinem Wechsel keine Steine in den Weg legt. Für Lewandowski wäre ein Wechselverbot ein Jahr vor Vertragsende ein undankbares Verhalten des amtierenden deutschen Meisters: "Wo bleiben da Loyalität und Respekt?" Der amtierende Torschützenkönig betonte aber, an einem fairen Kompromiss interessiert zu sein, an dessen Ende aber trotzdem sein Wechsel, womöglich zum FC Barcelona, steht. Eine andere Meinung vertritt da ein FC Bayern-Urgestein.

Für Hoeneß ist Lewandowski-Berater der Schuldige

Der Ehrenpräsident des FC Bayern München Uli Hoeneß (70) hat sich auch zu Wort gemeldet und beim TV-Sender Sport1 seine Sicht der Dinge geschildert. Er glaubt doch noch an ein gutes Ende bei dem Transferpoker um Lewandowski. Die Verantwortung für das massive Forcieren und Drängen des Wechsels sieht Hoeneß im Berater des polnischen Superstars, Pini Zahavi. Dieser lotste auch schon Abwehrchef David Alaba aus München weg. Er ruft alle Beteiligten dazu auf, die Situation nicht eskalieren zu lassen und mahnt Besonnenheit an. 

Ebenso wie Lewandowski scheint auch der ehemalige Manager des deutschen Meisters an einem versöhnlichen Ende interessiert zu sein. In seiner Vorstellung, bleibt der Pole aber mindestens noch ein Jahr in München: "Ich glaube, dann sehe ich eine gute Chance, dass wir nächstes Jahr eine attraktive Mannschaft haben - mit Robert Lewandowski", so der 70-Jährige im Sport1-Interview. Zusätzlich erklärt Hoeneß, dass er nichts davon halte, den Stürmer abzugeben, ohne bereits adäquate Alternativen zu haben. Der frühere Vereinspräsident drängt somit indirekt den Polen, seinen bis 30. Juni 2023 laufenden Vertrag zu erfüllen oder sogar nochmals bei den Münchnern zu verlängern. Wie das Hin-und-Her um Robert Lewandowski endet, wird sich in den folgenden Wochen zeigen. 

Eine mögliche Neuverpflichtung des FC Bayern wird auch schon kritisch beäugt: Noch ehe Mané in München ist, kommt Kritik

mit dpa