Robert Lewandowskis Kapitel beim FC Bayern München nimmt ein versöhnliches Ende. Neben dem emotionalen Abschied von seinen Ex-Teamkollegen und einem letzten Drücker für Serge Gnabry, Thomas Müller und Co. kam es am Dienstag auch zur Aussprache mit der Münchner Chefetage.

«Wir haben noch einmal 15 Minuten gesprochen. Ich habe alles angesprochen, wir haben alles geklärt», sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic laut Vereinsmitteilung.

Der geräuschvolle Wechsel des einstigen Münchner Star-Stürmers zum FC Barcelona endet also in harmonischen Tönen. «Es ist alles okay. Ich habe mich mit allen getroffen und kann jetzt mit sauberem Herzen gehen», sagte Lewandowski vor seiner Abfahrt im roten Sportwagen. Die Unstimmigkeiten mit Salihamidzic, der seine Gefühlslage vor dem Treffen als «emotionslos» beschrieben hatte, sind ausgeräumt. «Letzte Woche war kompliziert für alle. Trotzdem werde ich nie vergessen, was die letzten acht Jahre hier passiert ist», sagte der Pole.

Vor seiner Rückkehr an die Säbener Straße hatte Lewandowski das Verhalten der Verantwortlichen beim FC Bayern im Zuge seines Wechsels erneut kritisiert und von «viel Politik» gesprochen. Daraufhin reagierte Salihamidzic mit Unverständnis: «Ich kann nicht nachvollziehen, was er in den letzten Tagen von sich gegeben hat. Mein Papa hat mir beigebracht, dass ich nicht die Tür mit dem Hintern zumachen soll, wenn ich irgendwo weggehe», sagte der 45-Jährige.

«Gehen im Guten auseinander»

Von neuen Schuldzuweisungen war am Dienstag keine Rede - im Gegenteil. «Robert hat für den FC Bayern Großes geleistet, das soll in Erinnerung bleiben. Auch er weiß, was er dem FC Bayern zu verdanken hat. Wir haben ihm alles Gute für seine neue Herausforderung gewünscht», äußerte Salihamidzic. Und auch Vorstands-Boss Oliver Kahn versicherte nach turbulenten Wochen: «Wir haben uns über alles unterhalten, gehen im Guten auseinander und werden auch in Zukunft in Kontakt bleiben.»

Für Lewandowski endete mit der Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte eine prägende Zeit. «Schon traurig», antwortete der 33-Jährige auf die Frage, wie er sich nach seinem Abschied fühle. «Das war ein emotionaler Moment und auch ein schwieriger Moment für mich, das ist nicht so leicht», sagte der Angreifer, für den die Bayern ein Jahr vor Vertragsende deutlich über 40 Millionen Euro kassieren.

Vor dem endgültigen Servus reiste Lewandowski am Montag in der Allianz Arena noch einmal durch seine beeindruckende Vergangenheit im Bayern-Trikot. Wie die «Bild» berichtete, soll der Top-Stürmer Abschiedsfotos mit seinen Pokalen gemacht haben. Achtmal deutscher Meister, dreimal DFB-Pokal-Sieger und einmal Champions-League-Sieger lautet die fulminante Lewandowski-Ausbeute an der Isar. Nach 344 Toren in 375 Pflichtspielen ist das Kapitel geschlossen.

«Ich vergesse nie, was ich hier bekommen habe», sagte Lewandowski, während er von wenigen Anhängern an der Säbener Straße verabschiedet wurde. «Die Fans waren für mich immer sehr wichtig. Das bleibt in meinem Herzen für immer.»