Nürnberg
1. FC Nürnberg - Hertha BSC Berlin

1. FC Nürnberg vor dem Hertha-Spiel: Rückkehrer Hanno Behrens über die Torflaute

Der Kapitän des 1. FC Nürnberg ist rechtzeitig zum Spiel gegen Hertha BSC zurück und verbreitet Zuversicht, dass "wir in der Rückrunde mehr Tore schießen werden".
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Nürnbergs Kapitän Hanno Behrens (rechts) ist bereit für das Spiel gegen Hertha BSC Berlin. Symbolbild: Heiko Becker/Archiv
Nürnbergs Kapitän Hanno Behrens (rechts) ist bereit für das Spiel gegen Hertha BSC Berlin. Symbolbild: Heiko Becker/Archiv

1. FC Nürnberg gegen Hertha BSC Berlin am Sonntagnachmittag: Der Kapitän ist zurück. Hanno Behrens hat seine Bauchmuskelzerrung auskuriert und steht dem Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg für das richtungsweisende Spiel gegen Hertha BSC Berlin (Sonntag, 15.30 Uhr) als Leitwolf wieder zur Verfügung. Der 28-jährige Mittelfeldspieler lässt sich von der negativen Grundstimmung, die rund um den Valznerweiher herrscht, nicht beeindrucken und verbreitet Zuversicht - nicht nur in Bezug auf den kommenden Gegner.

1. FC Nürnberg: Hanno Behrens im Interview

Herr Behrens, Sie haben während der Vorbereitung in Benahavis nach längerer Verletzungspause ihr Comeback gefeiert. Was nehmen Sie für den Rückrundenstart mit - was lief gut, wo haben Sie noch Nachholbedarf?

Hanno Behrens: Zunächst einmal freue mich, dass ich wieder fit bin und von Tag 1 wieder dabei sein kann. Von der Fitness her bin ich noch nicht bei 100 Prozent, aber nah dran. Ich fühle mich gut und bin bereit für das Spiel.

Die Hertha hat in Ondrej Duda und Vedad Ibisevic zwei torgefährliche Angreifer, die zusammen 13 Treffer erzielt haben - und somit nur einen weniger als die gesamte Nürnberger Mannschaft. Bereitet Ihnen das Kopfzerbrechen?

Nein, tut es nicht. Natürlich müssen wir mehr Tore schießen. Aber ich bin zuversichtlich, dass uns das in der Rückrunde gelingen wird und wir zudem stabil gegen die Hertha stehen werden. Am besten wäre es, wenn die beiden nicht gegen uns treffen.

Das Hinspiel ging knapp mit 0:1 verloren. Was muss der Club anders machen, damit die "Alte Dame" nicht erneut triumphiert?

Das Hinspiel war ausgeglichen und hätte genauso unentschieden ausgehen können. Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können. Ich glaube, dass wir noch mutiger auftreten müssen, wenn wir die Punkte hierbehalten wollen. Ich bin zuversichtlich, dass uns das gelingen wird.

51 Punkte sind noch zu vergeben. Reicht die Hälfte aus, um den Liga-Verbleib zu schaffen?

Das ist schwer zu sagen. Wenn man sieht, dass die Mannschaften unten dieses Jahr noch relativ wenig Punkte haben, dann könnte das reichen. Aber das ist alles theoretisch. Am Ende müssen wir zwei oder drei Gegner hinter uns lassen. Dann ist es egal, mit viel Punkten uns das gelingt.

1. FCN: So lief die Winterpause für den 1. FC Nürnberg

Der 1. FC Nürnberg und Hertha BSC Berlin wählten in der Winterpause eine unterschiedliche Vorbereitung auf die Bundesliga-Restsaison: Während der 1. FC Nürnberg für die "Mission Klassenerhalt" ein achttägiges Trainingslager in Andalusien bezog, blieb Hertha in heimischen Gefilden. So lief die Winterpause und die Vorbereitung für den 1. FC Nürnberg

  • Testspiele: Kein Erfolgserlebnis in den beiden Testspielen gegen Vertreter aus Benelux-Staaten: Dem 1:1 gegen den niederländischen Erstligisten PEC Zwolle folgte eine 1:2-Niederlage in 135-minütiger Spielzeit gegen den belgischen Erstligisten Royal Excel Mouscron. Jeweils ein Gegentor ging dabei auf das Konto der Keeper Fabian Bredlow und Christian Mathenia. „Das zweite Testspiel haben wir uns sicherlich anders vorgestellt. Vor allem, was das Ergebnis anging“, wird FCN-Kapitän Hanno Behrens auf der Vereins-Homepage zitiert. Auch gegen Zwolle fehlte dem Team das Zwingende, um sich mit einem Sieg zu belohnen. Nun sind Testspiele dazu gedacht, verschiedene Formationen und taktische Varianten auszuprobieren – und deswegen nicht überzubewerten. Allerdings gehören die beiden Vergleichspartner nicht der Kategorie gehobenes europäisches Mittelmaß an.
  • Personalien: Erfreulich, dass die Rekonvaleszenten und Leistungsträger Hanno Behrens, Enrico Valentini, Eduard Löwen und Torhüter Christian Mathenia wieder so belastbar sind, dass Trainer Michael Köllner in der Meisterschaft wieder mit ihnen planen kann. Robert Bauer hingegen wird dem Club nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel, erlitten in der Partie gegen Zwolle, wohl länger nicht zur Verfügung stehen.

So lief die Winterpause für Hertha BSC Berlin

  • Testspiele: Mit Platz 4 und ohne Erfolgserlebnis verabschiedeten sich die Herthaner aus Düsseldorf vom „Telekom Cup“; zuvor hatte es in einem ersten Test einen 4:1-Erfolg gegen Zweitligist Arminia Bielefeld gegeben. Im ersten Halbfinale von Düsseldorf setzte es nach verkürzter Spielzeit (45 Minuten) eine 0:1-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach. Im Spiel um Platz 3 unterlag Hertha 1:3 gegen den Gastgeber. Lob gab es anschließend vom Trainer nur für die beiden Torhüter Thomas Kraft und Rune Jarstein, die nach Aussage von Pal Dardai fehlerlos geblieben waren.
    „Es ist das Beste, was passieren konnte. Wir haben gesehen, wo wir stehen“, hatte Dardai gegenüber dem Kicker verlauten lassen. Und weiter: „Solche Turniere sind gut, um ein bisschen runterzukommen, bescheiden zu arbeiten und fleißig zu sein.“
    Genau wie der Nürnberger Trainer Michael Köllner hatte der 42-jährige Ungar die Freundschaftsspiele genutzt, um verschiedene Konstellationen und taktische Kniffe zu testen: Gegen die starken „Fohlen“ hatte er im Abwehrverbund auf eine Dreier-, gegen den inspirierten und couragierten Liga-Novizen auf eine Viererkette gesetzt.
  • Personalien: Dardai freute sich über die Rückkehr von verletzten Spielern ins Mannschafts-Training, darunter der ehemalige Nürnberger Niklas Stark. Ebenfalls wieder einsatzfähig sind Salomon Kalou, Karim Rekik und Lukas Klünter. Bei Javairô Dilrosun verdichten sich die Zeichen, dass er am Sonntag wieder fit ist. Für die Mittelfeld-Leihgabe des FC Liverpool, Marko Grujic (Bänderverletzung), kommt ein Einsatz gegen Nürnberg zu früh. Zudem ist Mathew Leckie seit Anfang Januar mit der australischen Nationalteam beim Asien-Cup in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Einsatz.

ein Artikel von Dirk Kaiser

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