Dortmund

Sport als Randthema: BVB entgeht Spielabbruch nur knapp

Das war knapp. Nur mit viel Glück entging der BVB beim 1:0 über Freiburg einem sportlichen Rückschlag. Dennoch wurde nach der Partie nicht nur über das Geschehen auf dem Rasen gesprochen.
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Borussia Dortmund - SC Freiburg
Jadon Sancho machte das BVB-Tor zum 1:0. Foto: David Inderlied/dpa

Der Sport geriet zum Randthema. Mehr noch als über das unglückliche 0:1 (0:1) seiner Mannschaft in Dortmund ereiferte sich Freiburgs Trainer Christian Streich über die Schmähgesänge einiger BVB-Fans gegen den Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp.

«Was in diesem Land in den letzten zehn Monaten passiert ist in punkto Hetze, in punkto Anschläge auf Politiker, auf jüdische Einrichtungen und jetzt auf eine türkische Shisha-Bar ist extrem gefährlich», klagte der Fußball-Lehrer. Erbost sprach er sich für eine Null-Toleranz-Politik gegen Hetzer in Stadien aus: «Wenn es so weiter geht, steh ich dahinter, dass ein Spiel beendet wird. Man darf auf keinen Fall darüber hinwegsehen.»

Ähnlich wie beim Parallelspiel in Sinsheim zwischen Hoffenheim und dem FC Bayern hatte der Schiedsrichter auch in Dortmund die Partie kurz unterbrochen und mit Spielabbruch gedroht. BVB-Sportdirektor Michael Zorc kommentierte die konsequente Maßnahme des Referees mit Wohlwollen: «Wir haben jetzt einen Punkt erreicht, der so nicht mehr zu tolerieren ist. Diese Schmähgesänge und Beleidigungen gegen eine Person sind nicht mehr hinnehmbar. Deshalb hat der Schiedsrichter richtig reagiert.»

Nur mit viel Glück entging die Borussia einem Spielabbruch - und mit viel Dusel einem sportlichen Rückschlag. «Natürlich war es heute nicht perfekt, aber wir können nicht jedes Spiel mit 5:0 gewinnen. Solche Spiele wird es immer wieder geben», sagte Mittelfeldspieler Julian Brandt nach dem hart erkämpften Erfolg über die unbequemen Freiburger. Nach zuletzt famosen Auftritten im heimischen Stadion mit berauschenden Siegen über den 1. FC Köln (5:1), Union Berlin (5:0), Eintracht Frankfurt (4:0) und Paris Saint-Germain (2:1) quälte sich die Borussia diesmal zum Erfolg. «Wir haben den glücklichen Sieg hierbehalten», bekannte Zorc.

Anders als in den vergangenen Spielen hatte die Dortmunder Torfabrik diesmal Produktionsprobleme. Immerhin war einmal mehr auf Jadon Sancho Verlass, der seiner Mannschaft mit seinem 14. Saisontreffer in der 15. Minute Punktverluste ersparte. So bleibt der Tabellendritte bei weiterhin vier Zählern Rückstand in Schlagdistanz zum Spitzenreiter FC Bayern.

Mit einer ähnlich schwachen Leistung könnte sich dieser Abstand aber bereits am kommenden Spieltag vergrößern. «Nächste Woche in Mönchengladbach muss wesentlich mehr kommen», sagte Brandt mit Blick auf das Verfolger-Duell in einer Woche. «Heute ist ein bisschen Kritik sicherlich angebracht.»

Allein zwischen der 68. und 74. Minute boten sich den Freiburgern gleich drei glänzende Möglichkeiten zum Ausgleich. Jonathan Schmid (68.) schoss knapp vorbei, Vincenzo Grifo (70.) scheiterte an BVB-Torhüter Roman Bürki und Torjäger Nils Petersen mit einem Kopfball am Dortmunder Abwehrspieler Lukasz Piszczek, der auf der Linie klärte. «Am Ende fehlt uns die Abschlussqualität, mit der wir schon seit Wochen Probleme haben. Aber insgesamt muss ich der Mannschaft ein Kompliment machen, dass sie trotz frühen Rückstands an sich geglaubt hat», sagte SC-Coach Streich.