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EM 2016

EM 2016: So sind die Halbfinalisten in Form

Vier Teams haben bei der Fußball-EM in Frankreich das Endspiel vor Augen. So sind die Halbfinalisten in Form:
Foto: dpa
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Die Fußball-EM in Frankreich biegt auf die Zielgerade ein. Der letzte im Titelrennen verbliebene Außenseiter Wales fordert im ersten Halbfinale am Mittwoch in Lyon die Portugiesen um Cristiano Ronaldo heraus. Am Donnerstag treffen in Marseille Weltmeister Deutschland und Gastgeber Frankreich aufeinander. Das Quartett hat ein und dasselbe Ziel - das Endspiel am Sonntag in Saint-Denis. Die Deutsche Presse-Agentur hat im Vorfeld der K.o.-Spiele um den Finaleinzug die Form der Top-Vier getestet.


Portugal

Die Portugiesen mussten sich bislang viel Kritik für ihre Spielweise bei der EM anhören. Das Team hat über 90 Minuten gesehen noch keines seiner fünf EM-Spiele gewonnen und steht trotzdem im Halbfinale. Vor der Partie gegen EM-Debütant Wales plagen Trainer Fernando Santos vor allem im Mittelfeld Personalsorgen. Der wichtige Sechser William Carvalho fehlt mit einer Gelb-Sperre, zudem waren André Gomes, João Moutinho und Raphael Guerreiro angeschlagen. Santos bangt auch um Verteidiger Pepe, der wegen Oberschenkelproblemen nicht trainierte. Der 33-Jährige ist eine wichtige Säule im Team. Superstar Ronaldo dagegen ist bei diesem Turnier noch nicht in Bestform.


Wales

Mit einer ähnlichen Energieleistung wie beim 3:1-Sieg im Viertelfinale gegen Belgien sollte Wales auch im EM-Halbfinale gute Chancen haben. Allerdings muss die Mannschaft von Coach Chris Coleman gegen die Portugiesen auf einen ihrer Schlüsselspieler verzichten. Wegen seiner zweiten Gelben Karte im Turnier fehlt Aaron Ramsey - der Verbindungsmann zwischen Abwehr und Angriff und wichtigste Helfer von Superstar Gareth Bale. Auch Verteidiger Ben Davies muss gelbgesperrt aussetzen. "Beide sind große Verluste für uns", sagte Coleman. Für einen Nachteil hält er dies aber nicht. "Es ist nicht so, dass wir nicht auch vorher schon mal ohne sie spielen mussten."


Deutschland

Nach dem Jahrhundert-Elfmeterschießen gegen Italien ist das Selbstvertrauen beim Weltmeister groß. Joachim Löw tüftelt an der Taktik für das Halbfinale gegen den Gastgeber, muss gegen Frankreich aber personell umstellen. Für den verletzten Mario Gomez sollen Thomas Müller oder Mario Götze stürmen, für den verletzten Sami Khedira nannte Löw Emre Can und Julian Weigl als Alternativen. Der angeschlagene Bastian Schweinsteiger war zumindest wieder auf dem Fahrradergometer im Fitnesszelt dabei. Körperliche Akzente könne er im Training keine mehr setzen, sagte Löw am Montag. Man könne noch einmal Abläufe durchgehen oder an den Standardsituation arbeiten.


Frankreich

Die Équipe Tricolore zeigt Turnier-Charakter. Sie steigert sich. Deutschland ist aber nicht Island. Dennoch: Der 5:2-Auftritt gegen den krassen Außenseiter gibt dem Gastgeber-Team auch weiteren Schub für den Halbfinal-Kracher gegen den Weltmeister. Ob er seine Elf dann wieder in einem anderen System spielen lassen wird und personelle Änderungen vornimmt - Trainer Didier Deschamps will die Zeit bis zum Match am Donnerstag in Marseille zum Nachdenken nutzen. Fit sind alle Spieler, gesperrt ist auch keiner. Und die Stimmung stimmt im Team. Übermütig sind sie auf keinen Fall, die Spieler wissen, was nun im Kampf um den Final-Einzug auf sie zukommt.