München
Fußball-Europameisterschaft

Torreichste Partie der EM: Deutschland gewinnt gegen den Titelverteidiger - Spieler in der Einzelkritik

Was war das für ein Spiel in München: Sechs Tore zwischen Portugal und Deutschland. Die Spieler in der Einzelkritik.
Portugal - Deutschland
Machte das erste Tor und bereitete das 2:4 vor: Portugals Cristiano Ronaldo Foto: Christof Stache/Pool AFP/dpa

Deutschland musste gewinnen: Im zweiten Gruppenspiel gegen Europameister und Titelverteidiger Portugal braucht die deutsche Nationalelf einen Sieg, um noch Chancen auf das Achtelfinale zu haben. Und die Elf von Bundestrainer Jogi Löw, die mit derselben Formation wie gegen Weltmeister Frankreich startete, legte gleich furios los: Nach nicht einmal fünf Minuten zappelte der Ball bereits im portugiesischen Tor. Doch der Treffer von Robin Gosens, der durchaus sehenswert war, zählte nicht. Serge Gnabry stand vor dem Tor und war zu früh losgelaufen - Abseits.

Doch dann trifft Ronaldo: Der Star der portugiesischen Mannschaft brauchte nur einen Konter, um seine Mannschaft in Führung zu bringen. Nach einer deutschen Ecke konnte Ronaldo den Ball klären und leitete einen Konter ein. Vor dem deutschen Tor legt Diogo Jota quer und Ronaldo netzt in der 15. Spielminute zum 1:0 ein. Und das, obwohl Deutschland zu dieser Zeit das Spiel bestimmte.

Portugal gegen Deutschland: DFB-Elf führt, aber Portugal schießt die Tore

Ganze 20 Minuten hielt die portugiesische Führung: Trotz des Rückstands blieb die DFB-Elf spielbestimmend. Einen Flugkopfball von Kimmich flankte Robin Gosens direkt in die Mitte. Kai Havertz sollte den Ball verwandeln, doch dort kam ihm Portugals Ruben Dias zuvor und netzte unhaltbar für seinen Torwart zum 1:1 ein. Deutschland war zurück im Spiel.

Keine vier Minuten später der nächste Streich, das nächste Eigentor: Wieder machten die Deutschen Druck, dieses Mal spielte Müller den Ball in den Strafraum. Havertz, der wieder in der Mitte lauerte, versuchte den Ball zu berühren, das wurde aber erneut von einem Portugiesen verhindert. Guerreiro wird angeschossen und lenkt auch diesen Ball unhaltbar ins Tor. Halbzeitstand: 1:2 für Deutschland - ohne eigenes Tor.

In der zweiten Halbzeit agierten beide Mannschaften ruhiger. Aber keine sechs Minuten nach Anpfiff der zweiten Hälfte zappelt der Ball schon wieder im Netz. Nach einer sehenswerten Kombination darf (endlich) Kai Havertz sein Tor erzielen: Thomas Müller mit einem Doppelpass mit Kimmich und dem Blick für Robin Gosens. Der steht links im Strafraum völlig frei - und bringt den Ball erneut schnell scharf ins Zentrum. Dort hält Havertz den Fuß hin - 1:3 für Deutschland.

Portugal mit dem sechsten Tor: Ronaldo rettet artistisch

Doch damit nicht genug: Die deutsche Mannschaft brilliert jetzt und hat sichtlich Spaß an diesem Spiel. In der 60. Spielminute darf sich Gosens für sein starkes Spiel selbst belohnen - wobei er sich da bei Joshua Kimmich bedanken darf. Der flankt den Ball butterweich über den Strafraum und legt den Ball perfekt für Robin Gosens auf. Der EM-Neuling kann verwandeln und stellt auf 1:4 für Deutschland.

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Die gut 14.000 Zuschauern in der Münchner Arena sehen ein unterhaltsames Spiel und die bislang torreichste Partie dieser EM. Dafür sorgte erneut Ronaldo in Zusammenarbeit mit Diogo Jota: In der 67. Spielminute sorgte der mehrfache Weltfußball mit seiner Hereingabe für den Anschluss, das 2:4 der Portugiesen. Cristiano Ronaldo rettet den Ball vor dem Toraus und spielt ihn kunstvoll in die Strafraummitte. Dort steht Diogo Jota und kann, weil die deutsche Verteidigung zu passiv war, zum 2:4 Endstand ins Tor schießen. 

Am Mittwoch trifft die Deutsche Nationalmannschaft gegen Ungarn, erneut in München. Anpfiff ist um 21 Uhr. Mit einem Sieg gegen Ungarn im abschließenden Vorrundenspiel am kommenden Mittwoch erneut in München kann die deutsche Mannschaft das Weiterkommen aus eigener Kraft perfekt machen.Zur selben Zeit trifft dann Portugal auf Frankreich.

Die Deutsche Nationalmannschaft in der Einzelkritik:

Neuer: Freuen konnte sich der Kapitän über den Sieg. Ärgern musste er sich über zwei Gegentore. Im Glück beim Pfostenhammer von Sanches.

Ginter: Defensiv sehr aufmerksam. Das musste er aber auch sein gegen den guten Diogo Jota. Bestätigte seinen Ruf als «Mister Zuverlässig».

Hummels: Im Zentrum gut postiert, klärte mehrfach, gut im Kopfball. Hatte die Antennen ausgefahren. Humpelte nach 63 Minuten aber raus.

Rüdiger: Leitete das 2:1 mit einem öffnenden Pass auf Gosens ein. Gute Rettungstat gegen Pepe. Robust, aber nicht immer souverän.

Kimmich: Löw braucht ihn rechts. Gegen Portugal wurde klar, warum. Bildete eine Super-Flügelzange mit Gosens, drei Torbeteiligungen.

Gündogan: Störte Bernardo Silva nicht beim Konter zum 0:1. Er findet im Nationaltrikot Rolle und Funktion im Mittelfeld irgendwie nicht.

Kroos: Diesmal wieder mehr Ballverteiler. Seinen Schuss blockte Ruben Dias (12.). Nach dem 4:1 konnte er nicht Ruhe in das Spiel bringen.

Gosens: Der Turnierneuling entpuppt sich als Hauptgewinn. Volldampf auf links, an allen Toren beteiligt, köpfte das 4:1. Mann des Spiels.

Havertz: Löw hielt an ihm fest - und wurde belohnt. An drei Toren maßgeblich beteiligt. Besetzte die Box. 4. Länderspieltor zum 3:1.

Gnabry: Arbeitstier im Angriff. Viel unterwegs, versuchte viel. Starkes Solo gegen Pepe, aber der Torwart hielt. Vorne gesetzt.

Müller: Noch müllert es nicht. Aber der Rückkehrer beißt sich ins Turnier. Zwei wichtige Torbeteiligungen. Vorbild an Einsatzfreude.

Halstenberg: Löste den bärenstarken Gosens ab (63.), aber nicht wie gewünscht. Fand gar nicht ins Spiel, defensiv ohne Schärfe.

Can: Kam beim Stand von 4:1 für den humpelnden Hummels. Rückte aber schnell vor ins Mittelfeld. Sollte dort Körperlichkeit einbringen.

Goretzka: Sechs Wochen nach seinem Muskelfaserriss gab er ein kurzes, engagiertes Comeback. Dynamisch im Konter, Abschluss zu hoch (83.).

Süle: Kam für Gündogan - und übernahm die zentrale Position in der Dreierkette. Gestattete Frankfurts André Silva kein Joker-Tor.

Sané: Erlebte den Sieg in den letzten Minuten noch auf dem Platz mit. Der Künstler muss auf seinen Turniermoment weiter warten.

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